1. ERH-Bundesliga - Saison 07/08 (2008)
Saisonvorschau

Erstmals wird die 1. ERH-Bundesliga mit 7 Mannschaften ausgetragen. An den ersten beiden Spieltagen spielen alle Mannschaften je zweimal gegeneinander. Nach dem 2. Spieltag spielen die vier erfolgreichsten Mannschaft in der Meisterschaftsrunde um die Deutsche Meisterschaft, die letzten 3 Mannschaften gegen den Abstieg. Favorit auf den Titel ist eindeutig Torpedo Ladenburg, welche die Meisterschaft in den beiden Jahren zuvor gewann und dabei in der letzten Saison ohne Punktverlust blieb. Besonders stark einzuschätzen sind auch die Munich Animals und die Vizemeister Hurricanes Bochum. Die Ruhr-Rollers Essen und Kleine Haie Köln waren schon letzte Saison Mitglied des Oberhauses. Besondere Aufmerksamkeit gilt den beiden Aufsteigern Nording Bulls Lohmen und Black Knights Dreieich, die sich den Aufstieg verdient hatten.


1. Spieltag – 15. September 2007 in Plau am See

Der 1. Spieltag der Saison fand im beschaulichen Plau am See in der Nähe von Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) statt, Ausrichter waren die Nording Bulls Lohmen. Die gut 800km lange Anreise war zwar anstrengend und die Zimmer der Jugendherberge boten nicht besonders viel Komfort, doch die günstigen Preise und die Gastfreundschaft der Nordlichter machten die Strapazen vergessen.

In unserem ersten Saisonspiel trafen wir auch gleich auf den Ausrichter. Die Nording Bulls machten uns das Leben nicht einfach und konnten unsere zweimalige Führung umgehend ausgleichen. Am Ende stand doch ein hart erkämpfter 3:2 Erfolg auf der Habenseite.

Im zweiten Spiel ging es gegen die Hurricanes Bochum. In diesem Spiel boten wir wahrlich keine Glanzleistung, konnten aber auch dieses Mal mit 3:2 gewinnen.

Jetzt sollte gegen den Aufsteiger Black Knights Dreieich für uns die Saison erst so richtig losgehen, aber wiederum fanden wir überhaupt nicht ins Spiel. Mit viel Kampf und einer Portion Glück gewannen wir abermals mit 3:2, was unseren Trainer Deniz Genc so richtig in Rage brachte. Als amtierender Meister darf man einfach nicht so auftreten, zumal mit den Munich Animals der nächste Brocken bereits in den Startlöchern stand.

Die Animals hatten in der Vorsaison zwar alle Spiele gegen uns verloren, aber diese Spiele standen zumeist auf Messers Schneide. In diesem Spiel zeigten wir erstmals warum wir letzte Saison so aufgetrumpft haben. Mit einer taktischen und spielerischen Glanzleistung hielten wir die Münchner von unserem Tor fern und setzten immer wieder gefährliche Nadelstiche. Der Rekordmeister aus der bayrischen Landeshauptstadt hatte zwar mehr Ballbesitz, doch am Ende hieß der Sieger Torpedo Ladenburg – 2:1!

Da die Ruhr-Rollers Essen leider nicht am Spieltag antraten, wurden die Partien mit 0:1 für die anderen Mannschaften gewertet.

Im letzten Spiel sollten uns die Kleinen Haie keinerlei Probleme machen. Bereits am letzten Spieltag der vergangenen Saison hatten sie 10 Gegentore gegen uns kassiert und sollte es wieder kommen. Ein lockerer 10:1 Sieg sorgte für einen versöhnlichen Abschluss des Spieltages, nach dem Torpedo wieder ungeschlagener Tabellenführer war.

Fazit

Trotz der Tabellenführung konnte man nicht wirklich zufrieden sein. Die anderen Mannschaften machten deutlich, dass sie allzu gerne uns ein Bein stellen wollen. Spielerisch muss eine erhebliche Steigerung her, sonst könnte es mit der Titelverteidigung eng werden. Das mit Olga Ulrich, Ronnie Rapp und Christin Kunath gleich drei Spieler ausfielen, machte es für uns sicherlich auch nicht leichter.


2. Spieltag – 3. November 2007 in München

Der 2. Spieltag fand in der Landeshauptstadt München statt. Gut ein halbes Jahr zuvor holten wir an gleicher Stelle unseren zweiten Meistertitel, ein gutes Pflaster für Torpedo sollte man meinen. Entsprechend buchten wir wieder das gleiche Hotel um für den vollen Wohlfühlfaktor zu sorgen. Mit Ronnie Rapp und Anton Wachner fielen gleich zwei wichtige Spieler aus.

Im ersten Spiel ging es wieder gegen die Nording Bulls aus Lohmen. Die Partie verlief lange Zeit recht ausgeglichen, zumindest vom Ergebnis, doch am Ende drehten die Torpedos noch mal auf und gewannen mit 4:1.

Im zweiten Spiel gegen die Hurricanes Bochum lief es sehr gut für uns, denn wir konnten den Gegner stark unter Druck setzen. Ein lockerer 5:2 Sieg stimmte uns optimistisch für das Spiel gegen die Munich Animals.

Die Münchner hatten sich vor eigenem Publikum sehr viel vorgenommen. Beide Mannschaften gingen engagiert zu werke, wobei die Animals die besseren Torchancen hatten. Schließlich gelang ihnen auch die Führung, doch nur kurze Zeit später fiel der nicht unverdiente Ausgleich für Torpedo. In der zweiten Hälfte hatten beide Teams eine Reihe guter Einschussmöglichkeiten, allerdings konnten nur die Animals eine nutzen. Folglich gewann München das Spiel mit 2:1 und unsere Siegesserie von 28 gewonnen Ligaspielen in Folge riss.

Was danach folgte waren die wohl schlimmsten Stunden Torpedos seit langem. Jegliches Selbstbewusstsein war abhanden gekommen. Die Black Knights Dreieich sollten uns in letzter Sekunde einen sicher geglaubten Sieg stehlen. Nur ein 2:2 gegen den hessischen Aufsteiger, der gekonnt verteidigte und nicht unverdient einen Punkt mitnahm. Damit war auch die Tabellenführung weg, da München an diesem Spieltag nichts mehr abgab.

Der vorletzte Gegner waren die Ruhr-Rollers aus Essen. Auch jetzt konnten wir spielerisch keine Akzente setzten, aber wir gewannen ungefährdet mit 3:0. Dennoch war dieser Sieg ein Pyrrhussieg, da sich unser bester Torjäger Paul Emmering nach einer Kollision das Schienbein brach.

Völlig schockiert von dieser Nachricht waren wir im letzten Spiel gegen die Kleinen Haie nicht mehr in der Lage eine gute Leistung abzuliefern. Wir wollten das Spiel nur schnellst möglich hinter uns bringen. Am Ende behielten wir mit 3:2 die Oberhand, doch wir verließen wie geprügelte Hunde die Halle.

Für die Meisterschaftsrunde qualifizierten sich die Munich Animals, Torpedo Ladenburg, Hurricanes Bochum und Aufsteiger Nording Bulls Lohmen, die sich im direkten Vergleich gegen die Black Knights Dreieich durchsetzten. In der Abstiegsrunde spielen neben den Black Knights, die Ruhr-Rollers Essen und die Kleinen Haie Köln.

Fazit

Serie gerissen, Tabellenführung verloren und Spieler verletzt – so bitter lautete unsere Überschrift zu diesem Spieltag. Die schwachen Leistungen aus Plau am See wurden nochmals unterboten, so kann es nicht weitergehen. Sollte sich nichts ändern, könnten wir ebenso gut den Meisterpokal per Post nach München schicken.


3. Spieltag – 12. April 2008 in Messel

Der 3. Spieltag der Saison 2007/2008 fand im hessischen Messel (nähe Darmstadt) statt, Ausrichter waren die Black Knights Dreieich. Dank der kurzen Entfernung konnten wir bequem morgens von zuhause aus die kurze Reise antreten. Auch wenn wir im vergangenen halben Jahr nur einmal trainierten, waren wir wild entschlossen uns die Tabellenführung zurückzuholen. Zudem kam uns entgegen, dass wieder auf einem regulären Großfeld gespielt wurde.

Im ersten Spiel ging es gleich gegen den amtierenden Tabellenführer Munich Animals. Roland Utz (Animals), aktuell Führender der Torjägerliste, war angeschlagen und konnte seinem Team nicht mit voller Kraft zur Verfügung stehen. Entsprechend defensiv gingen die Münchner ins Spiel, immer wieder setzten sie gefährliche Konter, die zu Toren führten. Doch Ladenburg zeigte ein großes Kämpferherz und egalisierte vor der Halbzeit zweimal eine Münchner Führung. Im zweiten Durchgang drängten wir die Bayern tief in deren Hälfte, vergaben aber immer wieder beste Tormöglichkeiten. Einen weiteren Konter nutzen die Animals zum 3:2 und Andy Vogt hatte kurz vor dem Ende das vorentscheidende 4:2 auf dem Schläger. Deniz Genc brachte Görkem Oguz für Paul Emmering. Was danach folgte, musste man wohl als den Wendepunkt in der Saison ansehen. Nach einem genialen Pass von Görkem markierte Ramazan Sahin rund fünf Sekunden vor dem Ende den hochverdienten 3:3 Ausgleich. Dieser Punkt war ein gefühlter Sieg, München war demoralisiert, mit hängenden Köpfen verließen sie das Feld.

Das zweite Spiel gegen die Nording Bulls musste gewonnen werden, sollten die Meisterschaftsträume am Leben erhalten werden. Neben den Blockern Heiko Schmidt und Jörg Diehl begannen Görkem Oguz und Ramazan Sahin. Torpedo spielte in der Anfangsphase dominant, die Nording Bulls sehr zurückgezogen. Dies kam uns sehr entgegen und wir schafften zwei schnelle Tore. Lohmen ließ sich allerdings nicht rauslocken und nutzen unseren Offensivgeist zum Kontern. Nach einem Ballverlust gelang ihnen der Abschlusstreffer. Silvio Grubert (Lohmen) störte mit seiner großen Reichweite immer mehr unseren Spielaufbau, so dass Paul Emmering für Görkem ins Spiel kam. Diese taktische Maßnahme griff sofort und Torpedo erhöhte in Folge dessen das Ergebnis auf 4:1. Nach einem schönen Treffer der Nordlichter schalteten wir wieder einen Gang hoch und die Konkurrenz lockerte weiter ihren Abwehrriegel. Sehr zur Freude unserer Mannschaft fielen noch drei weitere Treffer, so dass es am Ende 7:2 für das Team des AC Weinheim hieß.

Das letzte Spiel gegen die Hurricanes sollte unser spielerisch bestes Spiel werden. Der Ball zirkulierte sehr schön in unseren Reihen und die Blocker Jörg und Heiko nahmen Nationalspielerin Manuela Rahlf immer wieder gekonnt aus dem Spiel. Bereits zur Pause führten wir überlegen mit 3:0 und spätestens als Manuela Rahlf ein Eigentor unterlief war der Widerstand der Mannschaft aus dem Ruhrgebiet gebrochen. Am Ende gewann Torpedo mit 5:0.

Die Munich Animals erlebten einen furchtbaren 3. Spieltag und gewannen nur mit viel Mühe 4:2 gegen Bochum. Gegen Lohmen gab es nur ein schmeichelhaftes 1:1, damit waren die Ladenburger dank des besseren Torverhältnisses wieder Tabellenführer. In der Abstiegsrunde dominierten die Black Knights das Geschehen. Als souveräner Tabellenführer werden sie mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben. Auch die Ruhr-Rollers sollten die Klasse halten, hingegen gibt es für die Kleinen Haie kaum noch Hoffnung. Die schwere Krankheit ihres besten Spielers Marcell Lütteken ist nicht nur sportlich, sondern auch menschlich ein großer Verlust. Und das nicht nur für die Kleinen Haie, sondern für ganz E-Hockey Deutschland!

Fazit

Torpedo ist wieder da! Obwohl nicht alles rund lief und die lange trainingsfreie Zeit nicht gerade zu mehr Sicherheit beitrug, bissen sich die Kurpfälzer wieder zurück in die Saison. Man hat alle nun Chancen in eigener Hand und ein kleines Polster von 7 Toren auf München.


4. Spieltag – 24. Mai 2008 in Köln

Der letzte Spieltag der Saison 07/08 fand in der Karnevalshochburg Köln statt. Die Kleinen Haie richteten erstmals in ihrer Geschichte einen Bundesligaspieltag in der 1. Liga aus und machten ihre Sache sehr gut. Für uns lautete das Ziel 6 Punkte zu holen und damit zum dritten Mal in Folge Deutscher Meister zu werden. Außer Ronnie Rapp waren alle Spieler am Start.

Unser erster Gegner waren die Hurricanes Bochum, die diese Saison nicht so richtig in Tritt kamen. Nach kurzer Abtastphase legten die Torpedos einen höheren Gang ein und machten ordentlich Dampf, aber außer einer 1:0 Halbzeitführung kam nicht viel raus. Im zweiten Durchgang nahmen die Torpedos das Spiel noch mehr in die eigene Hand und erhöhten das Resultat auf 3:0. Nach einer Unachtsamkeit fingen wir einen Treffer, doch sofort ging es wieder in die andere Richtung. Wir machten deutlich, dass heute gegen uns nichts zu holen sein würde und schraubten das Ergebnis auf 6:1, was auch gleichzeitig der Endstand war. Leider hatte unsere Torhüterin Olga Ulrich technische Probleme mit ihrem Rollstuhl. Aus Sicherheitsgründen schenkte er Anton Wachner von nun an das Vertrauen.

Da die Animals ihr Spiel gegen die Nording Bulls mit 6:0 gewannen, war klar, dass die Entscheidung um die Meisterschaft erst im allerletzten Saisonspiel zwischen München und Ladenburg fallen würde.

Doch bevor es zu diesem Showdown kommen würde, mussten die Torpedos noch die Nording Bulls Lohmen zum Tanz auffordern. Wie im ersten Spiel kamen die Ladenburger zwar gut in die Begegnung, dominierte diese auch, aber im Abschluss kam zuwenig dabei rum. Mit einer knappen 2:1 Führung ging es in die Halbzeit. Was dann in der 2. Hälfte abging, war großes Kino und die Konkurrenz machte lange Gesichter auf der Tribüne. Jeder Schuss ein Treffer, so könnte das Motto gelautet haben. Selbst unsere Ergänzungsspieler Thomas Schmidt und Christin Kunath fügten sich nahtlos in das Spiel ein und sorgten weiter für Qualität auf dem Platz. 9:1 – mehr Motivation für das Endspiel kann es nicht geben. Doch auch die Animals gaben sich keine Blöße und gewannen ihr Spiel gegen die Hurricanes mit 4:0.

Nun kam es also zum alles entscheidenden Match zwischen Torpedo und den Animals. Die Ausgangsposition war klar, beide Teams waren punktgleich und auch der direkte Vergleich lautete Unentschieden (in Punkten und Toren). Da die Ladenburger aber das bessere Gesamttorverhältnis hatten, würde ihnen ein Remis reichen, um den Titel zu verteidigen. Das Spiel begann verhalten, keine Mannschaft wollte früh in Rückstand geraten. So nach und nach bekamen die Torpedos Feldvorteile, welche sich aber noch nicht im Ergebnis wiederspiegelten. Das Spiel wurde immer emotionaler, insbesondere von außen wurde immer wieder reingerufen, was nicht gerade zur Entspannung beitrug. Nach unserem Führungstor fiel im direkten Gegenzug der Ausgleich. 1:1 lautete auch das Halbzeitergebnis. In den ersten sechs Minuten der zweiten Hälfte drehte dann Paul Emmering richtig auf und schoss drei Tore zur 4:1 Führung. Paul durfte nun auf der Bank platz nehmen und Görkem Oguz kam in die Partie. München warf jetzt alles nach vorne und setzte uns immer wieder stark unter Druck. Anstatt ruhig weiterzuspielen, gelang es uns in dieser Phase nicht Diesem stand zu halten und die Animals kämpften sich gut drei Minuten vor dem Ende auf 3:4 heran. Paul kam zurück in die Begegnung und hatte in der Schlussphase mehrere gute Möglichkeiten die Partie vor zu entscheiden. Doch auch unser Torwart Anton Wachner hielt uns bei einigen gefährlichen Schüssen im Rennen. Ganz ruhig und abgeklärt schaukelten wir das Resultat über Zeit. Als der Abpfiff ertönte sprangen unsere Anhänger über die Banden und feierten mit uns ausgelassen die 3. Deutsche Meisterschaft hintereinander.

Trainer Deniz Genc versammelte die Mannschaft noch einmal im Kreis und wir widmeten diesen Titel unserem Spieler Ronnie Rapp, der sich im Augenblick gegen das E-Hockey entschieden hat. Dennoch haben wir ALLE die große Hoffnung, dass er eines Tages wieder in unseren Kreis zurückkehren wird. Im Anschluss gab es eine ausgiebige Bierdusche für Trainer und Mannschaft. Bei der Siegerehrung wurde neben den Mannschaften auch Paul Emmering erstmals als Torschützenkönig (36 Tore) ausgezeichnet. Der Fachbereichsvorsitzende Stefan Utz bedankte sich nicht nur bei den Sponsoren und den vielen ehrenamtlichen Helfern, sondern gedachte auch an den schwererkrankten Marcell Lütteken von den Kleinen Haien Köln.

Fazit

Die dritte Bundesligasaison ist zu Ende und zum dritten Mal ging der Titel nach Ladenburg. Damit haben vielleicht viele gerechnet, aber die Art und Weise wie die Saison verlaufen ist, hätte spannender kaum sein können. Jedes Team ging durch Höhen und Tiefen, manche traf es härter, andere hatten mehr Glück. Letztlich war es eine sehr ausgeglichene Saison, in der es zu einigen sportlichen Überraschungen kam. Selbst die beiden Topteams aus München und Ladenburg mussten diese Erfahrung machen. Die Leistungsdichte nimmt zu, wobei bei vielen Mannschaft auch noch Potential nach oben ist. Mit Neuwied steigt eine junge, hungrige Mannschaft auf, die es zwar schwer haben wird, aber sicherlich nicht ohne Chance auf den Klassenerhalt ist.