5. Euro Cup in Güstrow (2007)
Am 29. Juni brachen die AC Torpedos mal wieder gen Norden auf, um ihren Titel beim 5. Euro-Cup in Güstrow zu verteidigen. Den Nording Bulls gelang es wieder einmal, viele internationale Mannschaften an den Start zu bringen. Mit den Stick Flyers aus den Niederlanden und den Red Bulls aus Dänemark wartete starke Konkurrenz auf die nationalen Mannschaften. Leider hatten kurz vor Turnierbeginn die Munich Animals abgesagt, so dass die Finalpartie der letzten drei Veranstaltungen zwischen München und Ladenburg nicht möglich war.

Als großer Favorit auf den Turniersieg gingen wir in den Wettbewerb, auch wenn unsere Rahmenbedingungen alles andere als optimal waren. Neben unserem Trainer Deniz Genc mussten leider auch vier Spieler absagen. Folglich reiste unser Team ohne Ersatzspieler und mit nur 3 Assistenten in die Barlachstadt in Mecklenburg-Vorpommern.

Doch leider waren damit die Probleme noch nicht am Ende. Auf halber Strecke blieb unser Mietbus mit einem Kupplungsschaden stehen. Auch der ADAC konnte zunächst nichts für uns tun, lediglich ein Rücktransport wurde uns in Aussicht gestellt. Damit endete für uns das Turnier bevor es eigentlich begonnen hatte. Da es schon Freitagabend war, schien es unmöglich noch so kurzfristig ein passendes Vehikel zu mieten. Doch dank Herrn Hase vom Autohaus Hase ADAC Straßendienst, welcher alle möglichen und unmöglichen Hebel in Bewegung setzte, gelang es doch zwei Vans zu organisieren, so dass wir die Fahrt nach fünfstündigem Aufenthalt endlich fortsetzen konnten. An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal bei Herrn Hase und seinem Team aufs Herzlichste bedanken, die hier in Sachen Kundenorientierung sicherlich einen hohem Maßstab gesetzt haben!

Völlig übermüdet kamen wir nachts um 3 Uhr in der Unterkunft an. Mit nur knapp drei Stunden Schlaf ging dann am Samstag in das Turnier. Im ersten Spiel des Tages warteten die Gastgeber Nording Bulls Lohmen, die vor eigenem Publikum hochmotiviert waren, dem alten und neuen Deutschen Meister ein Bein zu stellen. In der ersten Halbzeit spielten die Hausherren nur auf Konter, so dass kein attraktives Spiel zu Stande kam. Mit einem mageren 1:0 für uns ging es in die zweite Hälfte, in der die Bullen auch gewillt waren etwas für die Offensive zu tun. Genau dies kam unserem Spiel sehr entgegen, so dass wir unser gefürchtetes Kombinationsspiel aufziehen konnten. Am Ende gewannen wir mit 4:0 gegen den Erstligaaufsteiger.

Unser zweiter Gegner hieß Vizemeister Hurricanes Bochum, die aber auch nicht in Bestbesetzung antraten. Zwar versuchte auch das Team von der Ruhr sehr tief zu stehen, doch dieses Mal bereitete diese Taktik keinerlei Mühe. Ein klarer 8:1 Sieg bedeutete schon praktisch die Qualifikation für das Halbfinale.

Anschließend spielten wir gegen die jungen, hochmotivierten und sehr symphatischen Teams Bucher Tigers und Qualmende Reifen St. Gallen. Hier war es unser primäres Ziel die Rollstühle für die weiteren Spiele zu schonen und unser Passspiel weiter zu optimieren. Wir gewannen beide Spiele locker und leicht mit 10:0, sogar unser Festschlägerspieler Thomas Schmidt konnte sich mit zwei Treffern in die Torschützenliste eintragen.

Im letzten Spiel des Tages wartete der Zweitligameister und Aufsteiger Black Knights Dreieich. Vor dem Spiel rechneten wir mit größerer Gegenwehr, doch auf diese warteten wir vergeblich. Von Anfang an drückten wir den Hessen unseren Stempel auf und ließen ihnen keine Zeit zum Luftholen. Der Ball lief flüssig durch unsere Reihen und schlug ein ums andere Mal in deren Gehäuse ein. Ein souveränes 9:0 stand am Ende auf der Anzeigentafel, gleichbedeutend mit Platz 1 in der Vorrundentabelle.

Am Sonntag kam es dann zur Halbfinalpaarung zwischen dem Deutschen Meister und den Orient Red Bulls Kopenhagen, welche mit der dänischen Nationalmannschaft antraten. Das Spiel wurde äußerst hart, aber nie unfair geführt. Trotz eines leichten Übergewichts versäumten wir es das Spiel vorzeitig zu entscheiden. Die Dänen verstanden es die Lücken am Torkreis schnell zu schließen und auch deren Torhüterin war glänzend aufgelegt. Schließlich gingen wir doch noch in der ersten Hälfte durch zwei abgefälschte Schüsse mit 2:0 in Front. Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Nordlichter die Schlagzahl und drückten uns zurück in die eigene Spielhälfte. Auch die Zweikämpfe wurden nun härter geführt, doch nach einem öffnenden Pass von Görkem Oguz hatte Ramazan Sahin frei Bahn. Mit der Erfahrung von knapp 20 Jahren E-Hockey ließ sich Ramo diese Chance nicht entgehen und netzte zum 3:0 Endstand ein – Finale oho!

Im Endspiel wartete das niederländische Team Stick Flyers Beesterzwaag, die ihr Halbfinale mit 3:2 gegen die Hurricanes gewannen. Auch dieses Spiel bot dem interessierten E-Hockeyfan was das Herz begehrt – hohe Intensität, atemberaubende Zweikampfduelle und Dramatik bis zur letzten Sekunde. Wir starten in dieses Spiel hervorragend und gingen mit dem Halbzeitpfiff durch Paul Emmering in Führung. Bereits kurz nach dem Seitenwechsel erhöhten wir auf 2:0, doch die Holländer markierten kurze Zeit später den Anschlusstreffer. Wir verstanden es einfach nicht ruhig unser Spiel weiter zu entwickeln und nach einer Verkettung von vermeidbaren Fehlern fiel der Ausgleich. Die 30-minütige Spielzeit war vorbei und das Penaltyschiessen musste die Entscheidung bringen.

Die beiden Mannschaften wählten je drei Schützen und die Stick Flyers, welche die Wahl des ersten Schützen gewannen, bestimmten entgegen dem üblichen Ritual, dass wir beginnen sollten. Unser Kapitän Görkem Oguz übernahm als Erster die Verantwortung und verwandelte sicher, doch auch die Holländer nutzten ihren ersten Penalty. Als nächster Schütze trat Paul Emmering auf den Plan und auch er zeigte keine Nerven. Nun waren die Stick Flyers enorm unter Druck und unsere Torfrau Olga Ulrich raubte dem Schützen die Ruhe. Oli parierte den Schuss zu unserer Freude und somit konnte Ramazan Sahin mit einem erfolgreich verwandelten Penalty für den Turniersieg sorgen. Seine ganze Routine half ihm den Ball eiskalt im Tor zu platzieren. Das wars, aus und vorbei! Das E-Hockeyteam des AC 1892 Weinheim e.V. gewann zum vierten Mal den Euro-Cup.

Bei der Siegerehrung wurden unsere Spieler mit einer Goldmedaille und einem Siegerpokal ausgezeichnet. Zudem bekamen wir den neuen Wanderpokal überreicht, welcher auf unserer Geschäftsstelle sicherlich einen Platz finden wird.

Ein großes Dankeschön an die Nording Bulls Lohmen für die tolle Organisation! Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen.