| 1. ERH-Bundesliga - Saison 06/07 (2007) |
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Saisonprognose
Topanwärter auf die Deutsche Meisterschaft war der Titelverteidiger Torpedo Ladenburg. Die große Aufrüstung im Materialbereich hatte sich schon am Ende der vergangenen Saison bezahlt gemacht. Hinzu kamen die Neuverpflichtungen Paul Emmering und Anton Wachner vom Zweitligameister Rolli-Teufel Ludwigshafen. Trotz des Klassifizierungssystems sollte es Trainer Deniz Genc möglich sein, seine Aufstellung und Taktik variabler zu gestalten und besser auf die Entwicklung eines Spiels einzuwirken. Den Hurricanes Bochum wurden die besten Chancen zugerechnet, den amtierenden Meister vom Thron zu stoßen. Auch der Vizemeister ließ es sich nicht nehmen, seinen Kader personell zu verstärken. Der ehemalige Spieler Khaled Meteri wurde reaktiviert und aus Ancona stieß der Blocker der italienischen Nationalmannschaft Davide Garofano zu dem Revierclub. Doch keiner wollte und sollte die Rechnung ohne den zehnmaligen Deutschen Meister aus München, die Munich Animals, machen. Die Routiniers aus der bayrischen Landeshauptstadt waren hochmotiviert, den verlorenen Titel zurück an die Isar zu holen. Insbesondere der wiedergenesene Fachbereichsvorsitzende und Playmaker der Animals Stefan Utz machte Mut auf eine erfolgreiche Saison. Mit Wassilios Kirtopoulos übernahm ein neuer Trainer das Ruder. Den Ruhrrollers Essen erschien bereits zum Saisonstart der vierte Platz auf den Leib geschneidert zu sein. Bereits in der vergangenen Saison bewiesen die Essener, dass sie zum Stolperstein der Favoriten werden können. Ziel der Ruhrrollers konnte nur sein, sich frühzeitig den Klassenerhalt zu sichern und den einen oder anderen Großen ärgern. Abstiegskandidat Nummer 1 waren die Kleinen Haie aus Köln. Nur wegen des Verzichts des Zweitligameisters Rolli-Teufel Ludwigshafen rückten die Haie in die erste Liga auf. Jeder Punktgewinn dürfte für die extrem junge Mannschaft aus dem Rheinland eine riesige Sensation sein und jedes Tor ein Erfolg. 1. Spieltag Der erste Spieltag fand am 30. September in Bochum statt. Wie bereits am letzten Spieltag der vergangenen Saison entschlossen wir uns, im Bochumer TRYP-Hotel zu übernachten. Beim letzten Mal gelang es uns, alle vier Spiele zu gewinnen, was auch dieses Mal unser großes Ziel war. Wie im vergangenen Jahr eröffneten wir die Saison. Gleich zu Beginn kam es zum Kräftemessen mit dem Rekordchampion Munich Animals. Wir durften uns keine Niederlage zum Auftakt leisten, folglich setzte unser Trainer Deniz Genc auf die \"Meisteraufstellung\" der vergangenen Saison - Olga Ulrich, Heiko Schmidt, Ramazan Sahin, Görkem Oguz und Ronnie Rapp, welcher auf seinen Quickie P200 wegen Defekt verzichten musste. Das Spiel war von hoher taktischer Disziplin gekennzeichnet. Das Torpedo-Spiel war von hohem Ballbesitz geprägt und München machte nicht den Eindruck, dass sie Druck ausüben wollten. Mitte der ersten Halbzeit wurde die Passivität der Animals durch Ramazan Sahin bestraft. Ein Schlagschuss ging durch Freund und Feind und fand den Weg ins Tor. Leider wurden in der Folgezeit größte Chance, teilweise fahrlässig vergeben. Erst in den letzten beiden Minuten versuchten die Bayern uns in die eigene Hälfte zu drücken, was auch ganz gut funktionierte. Allerdings fiel der Ausgleich verdienter Weise nicht mehr, so dass der erste Tabellenführer, wie bereits in der letzten Saison Torpedo Ladenburg hieß. Auch in der abgelaufenen Saison markierte Ramazan Sahin den ersten Saisontreffer. Im zweiten Spiel des Tages kam es zum Gigantenduell mit den Hurricanes Bochum. Der Vizemeister wollte in eigener Halle zeigen, dass die Wunden der schmerzhaft verlorenen Meisterschaft am letzten Spieltag verheilt waren. Nach erfolgreichem Auftakt wollten wir auch den zweiten Kontrahenten um den Titel einen Dämpfer verpassen. Coach Genc entschied zu rotieren und so kam Paul Emmering, Torschützenkönig der 2. ERH-Bundesliga 2005/2006, zu seinem Erstligadebüt. Weiter spielten neben Olga Ulrich im Tor, die Gebrüder Schmidt Heiko und Thomas , sowie Ramazan Sahin. Die Dominanz einer Mannschaft war in der ersten Halbzeit nicht auszumachen und so stand es auch 0:0 vor dem Seitenwechsel. Deniz Genc reagierte und nahm Paul und Thomas aus der Partie. Mit Görkem und Ronnie sollte das Spiel breiter gemacht werden. Die Umstellungen erwiesen sich als genialer Schachzug, denn Bochum fand überhaupt kein Gegenmittel. Binnen der ersten vier Minuten erschien das Spiel entschieden, zwei Tore durch Görkem Oguz und eines durch Ramazan Sahin sorgten für einen sicheren 3:0 Vorsprung. Danach nahmen die Hurricanes eine Auszeit und sortierten sich neu. Eigentlich wurde besprochen, dass wir das Spiel beruhigen wollten, doch die Gier nach mehr Toren raubte uns den Verstand. In den nächsten drei Minuten fingen wir uns unnötig zwei Gegentreffer durch Konter ein und so mussten wir wieder bis zum Ende zittern, die zwei Punkte nach Hause zu bringen. Auch hier vergaben wir leichtfertig den siegbringenden Treffer zu markieren, doch das Glück und Nationaltorhüterin Olga Ulrich sicherten uns den Sieg. Damit hatten wir die beiden dicken Brocken schon besiegt und nun standen die Pflichtaufgaben auf dem Programm. Die Ruhrrollers Essen machten uns schon in der vergangenen Saison keine großen Probleme und auch dieses Mal wollten wir uns von den Ruhrstädtern nicht in die Suppe spucken lassen. Unser Trainer wollten den Neuzugängen die Chance geben sich zu beweisen und so gaben Anton Wachner (Tor) und Jörg Diehl (Blocker) ihr Erstligadebüt. Auch Paul Emmering, Görkem Oguz und Heiko Schmidt waren zu Spielbeginn auf dem Parkett. Nach kurzer nervöser Anfangsphase fing sich unsere Mannschaft und spielte ein ums andere Mal schöne Torchancen heraus, welche auch genutzt wurden. In der ersten Hälfte machte Paul Emmering seine ersten beiden Bundesligatore im Torpedo-Trikot und Görkem Oguz erhöhte auf 3:0. Auch in der zweiten Hälfte ging es munter weiter, die Ruhrrollers hatten keine Torchancen. Es wurde durchgewechselt und am Ende hieß der Sieger Torpedo Ladenburg. Den letzten Treffer zum 4:0 Endstand erzielte Paul Emmering. Letzter Gegner des Tages waren die Kleinen Haie aus Köln. Der Aufsteiger spielte in den vergangenen Spielen erstaunlich frech auf und ärgerte so manchen arrivierten Gegner, ohne am Ende eine echte Chance zu haben. Und auch in diesem Spiel wollten die Kölner nicht klein beigeben. Sie machten es uns schwierig den massiven Abwehrriegel zu knacken, wobei natürlich keine ernsthafte Gefahr für uns bestand, das Spiel am Ende nicht zu gewinnen. Ein mageres 2:0 zu Pause verärgerte unseren Trainer, der nun eine größere Disziplin und mehr Zug zum Tor einforderte. Von nun an lief es zwar besser, aber es gelang einfach nicht, die Spannung nach den großen Spielen hochzuhalten. Wenigstens konnten wir das Ergebnis mit 6:0 standesgemäß ausfallen zu lassen. Die Tore erzielten Paul Emmering (3), Görkem Oguz (2) und Ramazan Sahin (1). Die Hurricanes gewannen das Spiel der Verfolger gegen die Munich Animals mit 2:1 und nahmen damit die zweite Position hinter dem Meister ein. Dritter waren die Animals, die aber gegen die Ruhrrollers Essen nur ein 2:2 erreichten. Punktgleich mit München lagen die Ruhrrollers auf Platz 4. Auf dem Abstiegsplatz rangierten die Kleinen Haie Köln, die erwartungsgemäß keinen einzigen Punkt gewinnen konnten. Fazit Letztlich bleibt die Erkenntnis, dass die Bäume, trotz häufig drückender Überlegenheit, noch nicht in den Himmel wachsen. In fast allen Bereichen gibt es noch viel zu verbessern. Unsere Torwartleistungen waren überragend, besonders erfreulich ist, dass Anton in seinen ersten beiden Spielen keinen Gegentreffer kassiert hat. Auch Paul ist schon recht gut integriert, muss aber sicherlich noch zulegen, um in die Startaufstellung zu kommen. Es ist erfreulich zu sehen, wie alle Spieler, trotz des großen Konkurrenzdrucks, miteinander umgehen und nur den Erfolg des Teams sehen. Deutlich verbessern muss sich hingegen die Chancenverwertung und die Souveränität eine Führung klarer nach Hause zu bringen. Dennoch, acht Punkte sind eine deutliche Duftmarke und zeigt, wo unser Weg in dieser Saison hinführen soll. 2. Spieltag Der zweite Spieltag der 1. ERH-Bundesliga 2006/2007 fand am 21. Oktober 2006 in Essen statt. Um unserem Aberglauben gerecht zu werden, buchten wir unsere Zimmer wieder im Bochumer TRYP-Hotel, wo wir die Nacht zum Tage machten und noch bis in die frühen Morgenstunden die Hotelbar belagerten. Glücklicherweise ging es Samstags erst um 13 Uhr los, so dass wir doch noch zu etwas Schlaf kamen. Gespielt wurde wieder in der Vereinshalle des TUSEM Essen auf der Margaretenhöhe, wo wir knapp sechs Monate zuvor die Deutsche Meisterschaft gewannen. Unser Torwart Anton Wachner konnter leider aufgrund einer schweren Grippe nicht mit nach Essen reisen. Unser erstes Spiel des Tages gegen den Gastgeber Ruhrrollers Essen bereitete den einheimischen Fans einiges an Kopfzerbrechen. Noch nie in der noch jungen Bundesligageschichte, konnten die Essener einen Punkt gegen uns holen und erzielten in fünf Spielen nur ein einziges Tor. Leider konnten wir für unseren Turbo Twist nicht schnell genug Ersatzgabeln organisieren, so dass Ramazan Sahin in den ersten beiden Spielen nicht eingesetzt werden konnte. Folglich blieben unserem Trainer nicht viele Alternativen und er entschied sich für die Aufstellung: Ulrich, H. Schmidt, Diehl, Oguz und Emmering, welcher in der Torjägerliste nur einen Treffer hinter der Spitzenplatzierten Manuela Rahlf lag. Wie nicht anders zu erwarten, dominierten wir das Spiel von der ersten bis zur letzten Sekunde. Gewechselt wurde nur auf der Blockerposition, dass jede Kombination der Spieler Heiko, Thomas und Jörg sich beweisen konnte. Die Ruhrrollers konnten sich kaum einmal in Szene setzen und kassierten ein Tor nach dem anderen. Am Ende stand es 6:0 für den Champion. Vier Treffer gingen auf das Konto von Paul Emmering, Görkem Oguz steuerte zwei Tore zu dem ungefährdeten Sieg bei. Vor unserem zweiten Spiel gegen die Kleinen Haie Köln, fand das Spiel unserer ärgsten Verfolger Hurricanes Bochum und Munich Animals statt. Zu unserer Freude gewannen die Münchner das Spiel mit 1:0, was bedeutete, dass beide Mannschaften sich bislang gegenseitig die Punkte abnahmen. Gutgelaunt und hochmotiviert gingen wir in das Spiel gegen Köln, doch in der Anfangsphase regierte in unseren Reihen etwas der Übermut. Gleich zweimal befand sich unsere Nationaltorhüterin Olga Ulrich in Eins-zu-Eins- Situationen, welche sie aber in stoischer Ruhe klärte. Nach einigen Umstellungen kamen wir dann besser ins Spiel und machten den Haien das Leben immer schwerer. Bis zum Seitenwechsel stand es 4:0 und auch danach ging es weiter in Richtung des Kölner Tores. Ein deutliches 8:0 für Torpedo stand am Ende auf der Anzeigentafel und Ronnie Rapp durfte sich über sein erstes Saisontor freuen. Die übrigen Tore markierten Paul Emmering (4) und Görkem Oguz (3). Damit war das Pflichtprogramm souverän abgespult worden, nun ging es darum, die Meisterschaft schon vorzuentscheiden. Wie abgesprochen gab Jörg seine Sportgabeln an Ramazan ab, so dass dieser mit seiner Erfahrung und Klasse der Mannschaft in den schweren Spielen gegen Bochum und München helfen konnte. So entschied Trainer Deniz Genc, dass der bis dahin überragend spielende Paul Emmering aus der Startformation weichen musste und die Stammspieler der Meistermannschaft vom letzten Jahr gegen Bochum die Punkte einfahren sollten. Dieser Schachzug brachte schon am ersten Spieltag die Entscheidung gegen die Canes. Da die Bochumer in ihrem Spiel gegen die Munich Animals unterlagen, stand unser bislang härtester Konkurrent um den Titel bereits mit dem Rücken zur Wand. Die Hurricanes hatten einen rabenschwarzen Tag erwischt und kamen nicht ins Spiel. Wir hingegen kontrollierten Ball und Gegner. Wie wichtig Ramazan für unser Spiel ist, konnte man deutlich erkennen und er traf auch zur 1:0 Pausenführung. Auch im zweiten Spielabschnitt ging es so weiter und Ramo erhöhte sogar auf 2:0. Erst jetzt versuchten die Hurricanes ihr Angriffsspiel zu etablieren und kamen durch einen irregulären Treffer zum Anschluss. Das Gegentor hätte sich mit Sicherheit verhindern lassen, aber statt die Situation zu klären, wurde darauf gewartet, dass der Schiedsrichter Freistoß für uns pfeift. Wieder einmal wurde die alte Weisheit \"Das Spiel ist erst unterbrochen, wenn der Schiedsrichter pfeift\" missachtet. Dennoch, der kurzen Drangperiode des Gegners wurde sofort Paroli geboten und Görkem Oguz schob den Ball zum verdienten 3:1 ein. So lautete auch der Endstand, wodurch wir dem Titel wieder ein Schritt näher kamen. Im letzten Spiel des Tages warteten die Munich Animals, welche an diesem Spieltag all ihre Spiele eindrucksvoll gewonnen hatten. Dank der starken Leistung gegen Bochum, sah sich Deniz nicht gezwungen die Startaufstellung zu verändern und so musste Paul Emmering wieder draußen bleiben. Das Spiel begann mit Ballbesitz für Ladenburg, doch Sekunden später wurde der Ball in der Vorwärtsbewegung verloren und schlug in unserem Tor ein. Doch der erste Rückstand in der laufenden Saison wurde gleich verdaut und der Meister nahm das Heft in die Hand. Mitte der ersten Hälfte sorgten Ramazan Sahin und Görkem Oguz per Schlagschuss dafür, dass die Führung wechselte. 2:1 - das war auch der Pausenstand. Lethargisch kamen wir zurück aufs Feld und kassierten den Ausgleich, doch die erneute Führung ließ nicht lange auf sich warten. Ramo holte sich den Ball in der eigenen Hälfte, fuhr mit voller Geschwindigkeit über die Mittellinie, machte eine 360°-Drehung und vernaschte damit die komplette Münchner Defensive. Der Schlagschuss aus der Drehung schlug im Tor der Bayern ein und die Freude bei den Torpedo-Anhängern kannte keine Grenzen. Der Enthusiasmus wurde aber kurz darauf je gestoppt, als Roland Utz das 3:3 gelang. Fünf Minuten vor dem Ende der Begegnung entschloss sich unser Trainer mit Paul Emmering einen echten Knipser zu bringen. Aufgrund der Klassifizierungsordnung mussten dadurch, mit Görkem Oguz und Ronnie Rapp, gleich zwei Handschlägerspieler vom Feld genommen werden. Neben Paul Emmering wurde auch Jörg Diehl, trotz defekter Gabeln, auf das Spielfeld geschickt. Und wie so oft, bewies Deniz Genc mit diesem Wechsel sein goldenes Händchen. Nach einer undurchsichtigen Situation, in der sich ein Schläger eines Münchner Spielers unter einem Rollstuhl eines Torpedo Spielers einklemmte, blieben plötzlich viele Spieler einfach stehen. Den unter einem Rollstuhl herauskullernde Ball wurde von Paul eingenetzt, was nun zu heftigsten Protesten der Münchner führte. Das teilweise überforderte Schiedsrichtergespann hatte die Partie nicht abgepfiffen und musste konsequenterweise auf Tor entscheiden. Dies wiederum brachte das hitzige Münchner Publikum auf die Palme, die sich schon zur Halbzeit mit den Unparteiischen anlegten. Unbeeindruckt von den Querelen behielten wir kühlen Kopf und schossen das vermeintliche 5:3. Doch bevor der Ball die Torlinie überqueren konnte, drang Roland Utz illegal in den Torraum ein und verhinderte das Tor. Nach kurzer Beratung am Zeitnehmertisch wurde auf Penalty plus zwei Minutenstrafe gegen Roland Utz entschieden. Den fälligen Strafstoß verwandelte Paul Emmering souverän, wodurch das Spiel nun entgültig gewonnen war. Nach Abschluss des zweiten Spieltages lagen die Torpedos mit sechs Punkte Vorsprung und einem sensationellem Torverhältnis von 36:6 Toren auf Position 1. Hinter dem Spitzenreiter befanden sich die Hurricanes Bochum mit 10 Punkten, einen Punkt dahinter rangierten die Munich Animals auf Platz 3. Vierter waren die Ruhrrollers Essen mit 5 Punkten. Die Kleinen Haie Köln behielten weiterhin die rote Laterne. Paul Emmering führte mit 16 Toren die Torschützenliste vor Manuela Rahlf (14 Tore) und Görkem Oguz (12 Tore) an. Fünfter war Ramazan Sahin mit 7 Toren, Ronnie Rapp lag auf Position 13 mit einem Tor. Fazit Der Wahnsinn kennt kein Ende! Bereits zum dritten Mal in Folge konnte die maximale Punktzahl an einem Spieltag erreicht werden. Durch die Niederlage der Hurricanes gegen die Animals konnten sechs Punkte Vorsprung mit in die Winterpause genommen werden. Objektiv betrachtet, sollte man annehmen können, dass uns die Meisterschaft kaum mehr zu nehmen sein dürfte. Trotz aller anfänglicher Euphorie, sind wir schnell auf den Boden der Tatsache zurückgekehrt und gehen konzentriert die nächsten Aufgaben an. Sollten wir auch in München ohne Punktverlust bleiben, ist die Meisterschaft vorzeitig perfekt. Und trotz aller Erfolge ist noch viel Potenzial nach oben - da geht noch einiges! 3. Spieltag Der dritte Spieltag der 1. ERH-Bundesliga fand am 21. April 2007 in München statt. Dank unseres Kapitanos bezogen wir unser Quartier in einem guten und relativ günstigen Hotel. Da die einzelnen Spieler zu stark unterschiedlichen Zeiten eintrafen, wurde der Abend eher ruhig ausklingen lassen. Dennoch wurde das ein oder andere Bierchen noch vernichtet. Da das erste Spiel erst um 13 Uhr begann, konnten wir uns sehr gut von den Reisestrapazen erholen. Nach einem leckeren Frühstück beim nebenan liegenden McDonalds, ging es zur Städtischen Sporthalle. Dort wurden dann alle Mannschaften vorgestellt, obwohl so gut wie kein Zuschauer in Halle war. Die Ausgangssituation sah für uns relativ klar aus. Sollten wir alle vier Spiele gewinnen, könnten wir die Deutsche Meisterschaft bereits einen Spieltag vor Saisonende perfekt machen. Im Gefühl und Überzeugung des sicheren Titelgewinns ließen wir im Vorfeld bereits Meistershirts anfertigen, welche allerdings von unserem Trainer Deniz Genc konfisziert wurden. Glücklicherweise nahm er diese aber mit in die bayrische Landeshauptstadt. Zunächst ging es für uns gegen die Kleinen Haie aus Köln darum, von Anfang an klar zu machen, wer hier Herr im Haus ist. Die noch punktlosen Haie sollten und konnten kein Stolperstein für den amtierenden Meister sein, oder? Durch die enorme Leistungssteigerung ihres Nationalspielers Marcel Lütteken in den letzten Monaten, nahmen wir die Kölner sehr ernst. In unserer Startaufstellung standen Olga Ulrich, Heiko Schmidt, Jörg Diehl, Paul Emmering und Görkem Oguz. Gleich zu beginn machten wir ordentlich Dampf und Köln konnte sich nicht aus der eigenen Hälfte befreien. Im letzten Aufeinandertreffen hatten wir die Rheinländer noch zu einigen Kontergelegenheiten eingeladen, doch dieses Mal hielten wir die Konzentration bis zum Ende hoch und gewannen das Spiel locker und leicht mir 6:0. In die Torschützenliste konnten sich je dreimal Görkem Oguz und Paul Emmering eintragen. Das zweite Spiel gegen die Hurricanes Bochum konnte schon eine Vorentscheidung im Meisterrennen bringen. Unser Coach vertraute der gleichen Aufstellung und diese Fünf sollte ihn nicht enttäuschen. Das eindimensionale Spiel der Bochumer, welches in dieser Saison ausschließlich auf Manuela Rahlf ausgerichtet war, konnte sich gegen das flexible Abwehrbollwerk der Torpedos nie richtig entfalten. Immer wieder scheiterten die Blockversuche der Festschlägerspieler Bochums, besonders die Außenpositionen wurden durch Heiko Schmidt und Jörg Diehl sicher kontrolliert. Nach unserer 1:0 Führung versuchten die Canes kurzzeitig den Druck zu erhöhen, doch wirklich in Bedrängnis geriet unsere Abwehr nie. Nur einmal kam Nationalspielerin Manuela Rahlf durch die Mitte frei zum Schuss, welcher zwar im Tor einschlug, doch zurecht nicht gegeben wurde. Der Ball kam jenseits der Mittellinie und kein Spieler berührte noch den Ball. Der gute Unparteiische aus München überstimmte seinen Kölner Kollegen und so blieb es bei einer 1:0 Pausenführung. In der zweiten Hälfte gelang uns kurz nach Wiederbeginn ein Doppelschlag, der nun entgültig für die Entscheidung sorgte. Das 3:0 hielt bis zum Ende des Spiel, den Bochumern wurde keine ernsthafte Torgelegenheit mehr gestattet. Doppelt traf in diesem Spiel Görkem Oguz, Paul Emmering markierte einen Treffer. Damit hatten wir eine Hand schon am Pott und ein weiterer Sieg über Essen sollte uns einen weiteren großen Schritt Richtung Titel machen lassen. Die Ruhrrollers hingegen hatten große Personalprobleme und reisten ohne Auswechselspieler nach München. Unser Coach entschloss sich in der Startformation Ramazan Sahin für Görkem Oguz zu bringen. Da Ramo, bedingt durch einen Rollstuhldefekt, kaum trainieren konnte, sollte er sich für das vorentscheidende Match gegen München einspielen. Zunächst lief es bei uns allerdings gar nicht rund, zu viele Unkonzentriertheiten und zu wenig Präsenz auf dem Feld machten uns das Leben unnötig schwer. Nach einiger Zeit ging es aber besser und Ramazan konnte zwei herrliche Tore erzielen. Mit einer beruhigenden Führung ging es in die Halbzeitpause. Nach dem Seitenwechsel durfte dann Görkem für Ramo wieder ran und wir bekamen die Anweisung jetzt richtig schönes Hockey zu spielen. Nachdem noch einige Tore folgten, gab Deniz dem Willen unseres lautstarken Anhangs nach und brachte für Heiko und Paul, Ronnie und Thomas ins Spiel. Mit etwas Glück hätte Tom sogar mit seinem Festschläger ein Tor erzielt, doch den Nachschuss verwandelte Görkem sicher. Unsere Abwehr hatte sich mittlerweile komplett aufgelöst und so kamen die Essener zu einem einzigen Konter. Den ersten Schuss konnte Anton Wachner noch souverän abwehren, doch beim Nachschuss war er leider machtlos. Und so hatte Anton seinen ersten Gegentreffer in der 1. Liga hinnehmen müssen, die schöne Serie war gerissen. Wenige Sekunden waren noch zu spielen und es schlug ein letztes Mal der Ball im gegnerischen Gehäuse ein - 8:1 lautete der deutliche Endstand für den Deutschen Meister. Ein letzter Sieg über München würde den vorzeitigen Gewinn der Meisterschaft bedeuten und genau das war unser Ziel. Den Titel in der Höhle des Löwen zu gewinnen, dass sollte ein letztes Ausrufezeichen an die anderen Teams werden. Deniz Genc setzte wieder auf seine Startformationen der ersten beiden Spiele, München versuchte sein gefürchtetes Dreiecksspiel um die Gebrüder Utz und Andreas Vogt aufzuziehen. Beide Teams begannen zunächst verhalten, doch schon nach kurzer Abtastphase ging es ordentlich zur Sache. Paul Emmering markierte per Direktabnahme die 1:0 Führung für unsere Mannschaft und aber die Munich Animals reagierten direkt. Sie drückten uns immer wieder in die eigene Hälfte und schließlich gelang Roland Utz den nicht unverdienten Ausgleich. Das Publikum tobte vor Begeisterung, erst recht als Markus Koch einen berechtigten Penalty von Paul Emmering hielt. In folge dessen ergaben sich auf beiden Seiten größte Torgelegenheiten, welche aber durch die beiden Nationaltorhüter Olga Ulrich und Markus Koch überragend zu Nichte gemacht wurden. In der Halbzeitpause stellte uns Deniz neu ein, denn die Abwehrarbeit war einfach mangelhaft. Die Ansprache des Trainers zeigte von Beginn an Wirkung und wir standen sehr sicher, blieben aber trotzdem weiterhin gefährlich nach Vorne. Und so kam es wie es kommen musste. Görkem war heiß und besorgte uns per Doppelschlag eine 3:1 Führung, lediglich sechs Minuten standen noch vor uns. Dummerweise ließ sich Görkem in einige unnötige Fouls verwickeln und war kurz davor eine 2 Minuten Strafe zu kassieren. Deniz reagierte und brachte Ramazan für ihn, welcher zunächst Mühe hatte ins Spiel zu finden. Die Animals attackierten mit 2 bis 3 Spielern den Ballführenden und es gelang nicht, uns von diesem Druck zu befreien. Ein ungünstiger Ballverlust und ein Glücksschuss der Bayern brachte ihnen kurz vor dem Ende den 2:3 Anschlusstreffer. In den letzten Minuten ließen wir aber nichts mehr anbrennen und als der Schlusspfiff ertönte, kannte die Freude keine Grenzen mehr. Die Schläger flogen durch die Luft und die Meistershirts durften nun endlich enthüllt werden. Voller Stolz zogen unsere Spieler und Anhänger die T-Shirts über und zogen damit auch einige argwöhnische Blicke auf sich. Uns war das natürlich egal, denn der Pott gehörte wieder uns! Nun waren wir nicht länger abhängig von der Partie Bochum gegen München, da wir nun mindestens 8 Punkte vor Bochum und 9 Punkte vor München langen. Selbst wenn Bochum das Spiel gegen München gewonnen, wir am letzten Spieltag alle Spiele verloren und Bochum alle Spiele gewonnen hätte, wären wir trotzdem Meister gewesen, da wir dann im direkten Duell gegen die Hurricanes drei Siege, bei nur einer Niederlage aufweisen könnten. Völlig entspannt schauten wir das Spiel unserer einstigen Verfolger an, welches die Gastgeber mit 2:0 gewannen. Bevor es zum Feiern ging, wurden wir noch genötigt eine Ehrenrunde zu drehen, für die sich aber sowieso niemand mehr interessierte. Abends ging es dann ab ins Münchner Nachtleben, wo wir im Q-Club bis in die frühen Morgenstunden die Meisterschaft ausgiebig feierten. Nach Abschluss des 3. Spieltages führten Torpedo Ladenburg die Liga ohne Punktverlust mit 24 Punkten und einem Torverhältnis von 56:9 an. Hinter dem alten und neuen Deutschen Meister, konnten sich die Munich Animals an den Hurricanes Bochum vorbei schieben. Die Münchner hatten mit 15 Punkten einen Punkt mehr, als die Bochumer. Fast sicher Platz 4 zementiert hatten die Ruhrrollers Essen mit 7 Punkten. Letzter und damit so gut wie sicher sportlich abgestiegen waren die Kleinen Haie aus Köln. Dennoch durften sich die Rheinländer weiterhin berechtigte Hoffnungen auf einen Verbleib in der 1. Liga machen, da diese auf sieben Mannschaften aufgestockt werden sollte. Fazit Einen Meistertitel schon so früh klar zu machen ist schon ein absoluter Hammer. Obwohl noch vier Spiele zuspielen sind, werden wir am Ende mindestens einen Punkt Vorsprung haben - Wahnsinn! In der letzten Saison holten wir mit viel Leidenschaft den Titel im letzten Spiel und jetzt das. Viele werden die Ursache in der Verpflichtung Paul Emmerings sehen, doch das wäre nicht die volle Wahrheit. In diesem Titel steckt sehr viel harte Arbeit, für die wir nun belohnt wurden. Jeder einzelne Spieler spielt eine wichtige Rolle und unsere Mannschaft verdient das Wort \"Mannschaft\" im wahrsten Sinne des Wortes. Das wir nun unseren Zuschauern in eigener Halle nicht die große Spannung präsentieren können, ist zwar Schade, aber wenigstens in jetzt klar, dass Abends auch jeden Fall noch die Post abgehen wird. Und ein großes Ziel bleibt ja noch. Der Sweep. Eine Saison komplett ohne einen einzigen Punktverlust zu spielen, wäre eine große Leistung, welche wohl nicht mehr so schnell zu wiederholen wäre. 4. Spieltag Der abschließende Spieltag der 1. ERH-Bundesliga fand am 26. Mai 2007 im Weinheimer Sportpark statt. Dank der tatkräftigen Unterstützung unseres Trainer Deniz Genc, unseres Vereins Athletik Club 1892 Weinheim e.V. und den vielen Freunden und Familienangehörigen konnten wir erstmals einen Bundesligaspieltag auf heimischen Boden ausrichten. Auch für das leibliche Wohlbefinden wurde einiges getan, Simone Stierenberg und ihr Team hatten den gastronomischen Bereich fest im Griff. Die sportliche Ausgangslage der gesamten Liga war völlig klar - die Torpedos hatten sich ihren 2. Deutschen Meistertitel bereits gesichert, die Ruhrrollers Essen konnten nur noch theoretisch von Platz 4 verdrängt werden und die Kleinen Haie Köln wollten sich wenigstens einen Punkt in dieser Saison erkämpfen, den sie sich eigentlich schon längst verdient gehabt hätten. Einzig der Kampf um die Vizemeisterschaft versprach noch Spannung. Die Munich Animals gingen mit einem Punkt Vorsprung ins Rennen gegen die Hurricanes Bochum, im direkten Vergleich lagen sie auch mit 2:1 Siegen vorn. Im ersten Spiel des Tages hieß unser Gegner Munich Animals, die sich im Saisonverlauf als unser härtester Kontrahent erwiesen. Stark personell geschwächt gingen wir den Spieltag an. Stammspieler Heiko Schmidt, welcher bislang kein Bundesligaspiel verpasste, konnte aufgrund eines Krankenhausaufenthaltes nicht mitwirken, Nationaltorhüterin Olga Ulrich und Ronnie Rapp waren durch Rollstuhlprobleme außer Gefecht gesetzt. In Folge dessen, stellte sich unsere Mannschaft fast selbst auf - Anton Wachner im Tor, Thomas Schmidt und Jörg Diehl als Blocker, sowie Görkem Oguz und Paul Emmering begannen gegen die Münchner. Nach einer Abtastphase übernahmen die Torpedos so langsam das Kommando, obwohl die Animals stets gefährlich waren und wir so einige brenzlige Situationen zu überstehen hatten. Schließlich gelang Paul Emmering doch noch vor der Pause der Führungstreffer. In der zweiten Hälfte erhöhten die Animals dann weiter den Druck, doch genau dies wurde dem Rekordchampion in einer Situation zum Verhängnis. Einen Ballverlust in der Vorwärtsbewegung nutzte Görkem Oguz per Konter zur 2:0 Führung. Die Bayern warfen alles nach vorne und schnürten uns komplett in die eigene Hälfte. Schließlich bekamen die Animals gut zwei Minuten vor dem Ende noch einen Penalty zugesprochen, welcher von Andy Vogt sicher verwandelt wurde. Mit all unserer Routine konnten wir das Spiel aber unbeschadet zu Ende führen und gewannen auch unser viertes Saisonspiel gegen München Im zweiten Spiel schlugen die Ruhrrollers die Kleinen Haie mit 5:3. Die Essener sicherten sich damit entgültig den vierten Platz, die Kölner standen somit als sportlicher Absteiger fest. In Spiel 3 gewannen die Hurricanes gegen die Animals mit 4:2 und schoben sich damit auf den 2. Platz. Mit diesen beiden Spielen waren die Platzierungen der Mannschaften eigentlich geklärt, so dass der Kampf um die Torjägerkrone in den Mittelpunkt rückte. Titelverteidigerin Manuela Rahlf (Bochum), sowie Görkem Oguz und Paul Emmering (beide Torpedo) gingen nahezu gleichauf auf die Jagd. Das zweite Spiel unserer Mannschaft ging gegen die Kleinen Haie. Ramazan Sahin ersetzte Görkem Oguz in der Startformation, was keinesfalls zu einem Qualitätsverlustes führte. Der Ball lief sicher durch unsere Reihen und die ersten Tore fielen zu unseren Gunsten. Zur zweiten Hälfte durfte dann unser Kapitän Görkem für Paul ran und es ging weiter munter vorwärts. Das Spiel verlief sehr flüssig und es gab keinerlei Härte im Spiel. Nach einer unglücklichen Situation, in der Ramazan den gegnerischen Spieler Marcel Lütteken mit dem Schläger am Bein unbeabsichtigt traf, entschied der Unparteiische auf eine 2 Minuten Strafe. Aufgrund des ruhigen Spielverlaufs erschien uns die Strafe doch deutlich überzogen, zumal vorher nicht einmal eine Verwarnung ausgesprochen wurde. Unser Wut auf diese Entscheidung bekam der Gegner dann zu spüren, auch in Unterzahl schraubten wir das Ergebnis weiter nach oben. Als Ramazan auf das Feld zurückkehrte brachen dann bei den Rheinländern alle Dämme und mit dem ersten zweistelligen Ergebnis der Bundesligageschichte endete das Spiel mit 10:0 für Torpedo. Unser drittes Spiel gegen die Ruhrrollers hatte es ebenfalls in sich. Trainer Deniz Genc beorderte die Startformation des München Spiels auf den Platz, doch trotz vieler Großchancen kamen die Torpedos nicht so richtig in Schwung. Auch die 1:0 Führung gab unserem Spiel wenig Sicherheit und die Ruhrrollers glichen mit einem sehenswerten Spielzug aus. Wenigstens konnten wir noch eine knappe 2:1 Führung mit in Pause nehmen. Paul musste in dieser seinen Platz an Ramazan abgeben, was unserem Spiel neue Energie gab. Kurz nach dem Seitenwechsel erhöhten wir auf 3:1, doch fast im Gegenzug entschied der Referee mal wieder gegen uns und gab einen äußerst zweifelhaften Penalty, welcher auch noch inkorrekt ausgeführt wurde, doch das Tor zählte. Scheinbar brauchten wir diese Rückschläge, denn nun gab es Torpedo Power vom Feinsten. Der Ball schlug ein ums andere Mal im Gehäuse der Essener ein. Am Ende konnten die Ruhrrollers froh sein, dass es kein zweistelliges Ergebnis gab - 9:2 lautete der Endstand. Und nun war es soweit - 15 Spiele, 15 Siege! Nur noch eine Mannschaft konnte uns stoppen - Vizemeister Hurricanes Bochum. Die Bochumer hatten ihre Spiele an diesem Tag ebenfalls locker und eindrucksvoll gewonnen und Manuela Rahlf hatte mittlerweile die Konkurrenz in der Torjägerliste weit distanziert. Theoretisch ging es in diesem letzten Saisonspiel um nichts mehr, doch wir wollten unbedingt vor unseren Zuschauern eine perfekte Saison krönen, welche auch von der Bundesliga-Feldhockeymannschaft der TG Frankenthal verfolgt wurde. Entsprechend motiviert und bissig ging es mit unserer altbekannten Startaufstellung in die Begegnung. Wir erwarteten ein kämpferisches Bochum, welches mit aller Macht unseren Durchmarsch verhindern wollte, doch davon war nichts zu sehen. Von Anfang an kam das Team von der Ruhr nicht ins Spiel, er erschien als wollten sie sich ihrem Schicksal ergeben. Wir erzielten schnell zwei Treffer und standen in der Abwehr bombensicher, insbesondere Thomas Schmidt, der an den letzten Spieltagen nur zu Kurzeinsätzen kam, brachte eine konstant starke Leistung. In der zweiten Hälfte stellten die Hurricanes nach einigen umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen das Spiel ein, einzig Nationalspieler Patrick Anders stemmte sich gegen die Niederlage, die nicht mehr abzuwenden war. Mit 6:0 gelang uns der höchste Sieg gegen Bochum in der Bundesliga, doch viel wichtiger war die Tatsache, dass wir den Sweep geschafft haben. In Anschluss an die Wettkämpfe ließen wir uns von unseren Fans feiern und die Bundesligamannschaft der TG Frankenthal (Feldhockey) gratulierte uns zur Meisterschaft. Sie luden uns zu einem ihrer Meisterschaftsspiele ein und übergaben uns Geschenke. Der Fachbereichsvorsitzende Stefan Utz dankte während der Siegerehrung allen Beteiligten, vor allem den vielen freiwilligen Helfern und Schiedsrichtern, ohne die ein Aufrechterhalten des Bundesligaspielbetriebs nicht möglich wäre. Eine freudige Meldung gab es dann auch noch für die Kleinen Haie Köln, die trotz 0 Punkte in der 1. Liga bleiben dürfen, da diese auf 7 Mannschaften erweitert wird. Die Aufsteiger sind die Nording Bulls aus Lohmen und die Black Knights Dreieich. Torschützenkönigin wurde wie im letzten Jahr Manuela Rahlf mit 40 Toren, vor Görkem Oguz (37) und Paul Emmering (31). Als jüngster Spieler wurde Jon Feaux de Lacroix von den Kleinen Haien Köln ausgezeichnet. Fazit Eine märchenhafte Saison ist zu Ende. Eine komplette Saison ohne einen Punktverlust durchzuspielen ist wirklich eine große Leistung, welche keiner von uns hätte voraussagen können. Das wir es doch geschafft haben, hat viele Gründe. Mit Anton Wachner und Paul Emmering haben wir unsere taktische Flexibilität in Deutschland auf ein neues Level gebracht. Kein anderes Team kann während eines Spiels personell und taktisch so schnell reagieren, ohne einen Qualitätsverlust zu erleiden. Jede Position ist doppelt besetzt, so dass sich keiner auf seinen Lorbeeren ausruhen kann. Im Materialsektor sind wir mit den Topteams in etwa auf dem gleichen Niveau, uns fehlt aber etwas die Endgeschwindigkeit. Sollte es in der nächsten Saison wirklich gelingen, alle Rollstühle gleich schnell zu kalibrieren, sollten wir hier noch besser aufgestellt sein. Die vielen Trainingseinheiten haben sich ausgezahlt und auch die gemeinsamen Aktivitäten neben dem Sport haben uns zu einer echten Einheit geschweißt. Es gibt keinen Neid, wenn man selbst nicht spielt, sondern alleine der Erfolg für die Mannschaft zählt. Damit ein Team erfolgreich sein kann, benötigt es aber auch herausragende Einzelkönner und Leute, die Drecksarbeit erledigen, ohne im Rampenlicht zu stehen. Ein ganz besonderes Lob gilt natürlich unserem Trainer Deniz Genc, der uns mit ruhiger Hand durch die wenigen brenzligen Situationen gebracht hat. Insgesamt hat sich das Niveau der Liga verbessert, wobei es weniger eng in der Abschlusstabelle geworden ist, Viele Spiele waren sehr umkämpft und nicht immer hat die bessere Mannschaft gewonnen. Durch die Aufstockung der Liga gewinnt der Abstiegskampf an neuer Spannung. Ob die Torpedo Dominanz in der neuen Saison, wie in dieser so weiter gehen kann, darf bezweifelt werden. Insbesondere die Munich Animals waren uns in den Spielen ein enorm starker Gegner, der mit etwas Glück auch hätte Punkte holen können. Alle werden heiß sein, die eindrucksvolle Serie von 20 Siegen hintereinander zu stoppen. Daraus schöpfen aber auch wir Motivation, unser Kunststück zu wiederholen. Die Kleinen Haie Köln hatte vor dieser Saison wohl niemand auf dem Zettel und man musste befürchten, dass sie in jedem Spiel untergehen würden. Doch wenn auch am Ende kein Punktgewinn verbucht werden konnte, muss man konstatieren, dass sie sich sehr teuer verkauft haben und so manch stärkeren Gegner geärgert haben. Mit Marcel Lütteken hatten sie einen Spieler hervorgebracht, welcher sich nach kurzer Zeit für die Deutsche Nationalmannschaft empfohlen hat. In der neuen Saison wird es wohl wieder gegen den Abstieg gehen, doch sie haben eine realistische Chance auf den Klassenerhalt. Die Ruhrrollers Essen hatten mit den Kölnern so manch enges Match, doch ihre größere Erfahrung setzte sich durch. Der vierte Platz geht voll in Ordnung und immerhin konnten sie den Münchnern einen Punkt abknöpfen, wobei sie das Spiel eigentlich sogar hätten gewinnen können. Dennoch reicht es für ganz vorne einfach nicht und auch in der neuen Saison müssen sie sich anstrengen, dass sie einen Platz in der Meisterrunde erreichen. Die Munich Animals waren unser härtester Gegner, doch insgesamt war die Mannschaft in ihren Leistungen zu unkonstant. Zwar lieferte man sich einen engen Zweikampf mit den Hurricanes, doch in den entscheidenden Momenten konnte das Team nicht seine beste Leistung abrufen. Die Animals haben die Routine wieder zu alter Stärke zu finden, doch die Konkurrenz wird immer stärker. Gerade gegen die schwächeren Mannschaft dürfen keine Punkte abgegeben werden, doch genau hier lag in den beiden letzten Jahren das Manko. Die Hurricanes Bochum waren in der letzten Saison nur um einen Punkt an der Meisterschaft vorbei geschlittert, diese Saison waren es 12 Punkte. Durch den Totalausfall von Jens Mertens (19 Tore in der letzten Saison) wurde das Spiel der Bochumer sehr eindimensional, welches allein durch die individuelle Klasse von Manuela Rahlf und das geschickte Blockverhalten der Kollegen bestand. Umso erstaunlicher ist der Gewinn der Vizemeisterschaft, doch in den Spielen gegen uns waren sie absolut chancenlos. Ein zweiter Handschlägerspieler würde der Mannschaft helfen. |