| 17. Internationales Turnier in München (2006) |
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Das traditionsreichste E-Hockeyturnier der Welt, der Munich Cup, ging am 1. und 2. September 2006 bereits in seine 17. Auflage. Selten zuvor war dieses Turnier hochkarätiger besetzt als in diesem Jahr. Die vier besten Mannschaften Deutschlands, Topfavorit De Pont Rotterdam und die Stick Flyers aus den Niederlanden, sowie die italienischen Spitzenteams Dolphins Ancona und Dream Team Milano versprachen E-Hockey auf hohem Niveau. Auch die Teams aus Helsinki (Finnland), Prag (Tschechien), Ljubljana (Slowenien) und Zürich (Schweiz) wollten ihren Teil zu einem großartigen Turnier beitragen.
Gespielt wurde nach den DRS-Regeln von 2001, in der es keine Klassifizierung gibt. Dies war notwendig, da die Spieler der nicht-deutschen Teams in der Kürze der Zeit nicht hätten klassifiziert werden können. Als absoluter Topfavorit wurde das Team von De Pont Rotterdam gehandelt, die sich zusätzlich noch mit dem Starspieler Barry Hommel (Tillburg) verstärkten. Doch auch Torpedo Ladenburg wollte ein Wörtchen um den Turniersieg mitreden. Alle Spieler waren an Bord, doch leider konnte unser Trainer Deniz Genc aufgrund seiner Abschlussprüfung nicht mit nach München reisen. Die Position als Teamchef übernahm daher Jörg Diehl. Torpedo spielte in der Gruppe B, gemeinsam mit Vizemeister Hurricanes Bochum, den Ruhrrollers Essen, H.C. Dream Team Milano, den Stick Flyers aus Beetsterzwaag und dem slowenischen Team Troublemakers Ljubljana. Sicherlich waren die Ladenburger Favorit auf Platz 1 in dieser Gruppe, doch auch den ersten Blick gab es keinen leichten Gegner. Schon im ersten Spiel ging es gegen die Stick Flyers, einer sehr gut besetzten niederländischen Mannschaft. Wie nahezu alle Holländer verfügen die Stick Flyers über extrem gute Rollstühle und zwei Spieler, welche nach deutschen Klassifizierungsregeln die Höchstpunktzahl 5,0 hätten. Entsprechend groß war unser Respekt, obwohl wir diese Mannschaft ein Jahr zuvor beim 4. Euro Cup in Lohmen mit 7:3 geschlagen hatten. In der ersten Hälfte dominierte wir das Spiel von Anfang an, doch die Stick Flyers ließen nur wenige Chancen zu, die leider ungenutzt blieben. Auch in der zweiten Halbzeit änderte sich am Spielverlauf wenig. Torpedo drückte den Gegner immer weiter in deren Hälfte und folgerichtig fiel dann auch das 1:0. Bis zum Ende der Partie ließen wir nur eine Torchance zu, welche souverän durch Olga Ulrich entschärft wurde. Der letzte Pfiff des Schiedsrichters ertönte - 1:0 Sieg für TL!! Im zweiten Spiel des Tages hieß der Gegner Hurricanes Bochum. Der Vizemeister aus dem Pott musste auf ihren etatmäßigen Torhüter und den zweiten Angreifer Jens Mertens verzichten. Leider konnten die Ersatzspieler die Lücken nicht füllen, so dass sich ein recht einseitiges Spiel entwickelte. Mit zunehmender Spieldauer wurde die Starspielerin der Bochumer Manuela Rahlf immer besser aus dem Spiel genommen, was sie zusehend entnervte und mit einer 2 Minutenstrafe endete. Nach einer 2:0 Halbzeitführung, keimte beim Gegner direkt nach dem Wechsel noch einmal kurz Hoffnung auf, doch der Anschlusstreffer wurde im Gegenzug von Neuzugang Paul Emmering mit dem 3:1 beantwortet. Wir ließen den Ball schön laufen und erhöhten das Ergebnis bis Abpfiff auf 6:1. Damit war der Arbeitstag von Paul beendet, da er zur Dialyse musste und Ronnie Rapp nahm seinen Platz ein. Im Spiel gegen den slowenischen Kontrahenten waren alle besonders motiviert. Die letzten beide Spiele gegen die Troublemakers vor knapp 6 Jahren gingen denkbar knapp verloren. Schon damals waren die Begegnungen äußerst hart geführt und auch dieses Mal dauerte es nicht lange, da hatte sich zwei Rollstühle ineinander verkeilt. Nach kurzer Pause konnte aber weitergespielt werden und wir drehten nun richtig auf. Die Slowenen waren rollstuhltechnisch weit unterlegen und so hieß es am Ende der Partie 5:0 für den Meister. Im letzten Spiel des Tages ging es um den Gruppensieg, dazu musste mindestens ein Unentschieden gegen H.C. Dream Team Milano her. Die heißblütigen Italiener hatten in Marco Brusatti einen absoluten Spitzenspieler in ihren Reihen, welcher in der abgelaufenen Saison immerhin 41 Tore in nur 8 Spielen markierte. Entsprechend groß war unser Respekt ausgekontert zu werden. In diesem Spiel wollten wir den Ball dominieren und den Gegner in die eigene Hälfte drücken. Dies gelang uns in der ersten Halbzeit mehr schlecht als recht. Allein Nationaltorhüterin Olga Ulrich war es zu verdanken, dass es mit einem 0:0 in die Pause ging. Doch in der zweiten Hälfte steigerten wir uns und es gelang immer mehr die taktischen Vorgaben umzusetzen. Der Höhepunkt des Tages ereignete sich knapp 5 Minuten vor dem Ende. Ronnie scheiterte mit einem Vorhandschuss in der Mailänder Abwehr, konnte aber den Abpraller durch einen herrlichen Rückhandschuss mit dem Rücken zum Tor verwandeln. Im Anschluss wollten wir den Ball kontrollieren und per Konter das 2:0 markieren, doch einige Unkonzentriertheiten verhinderten einen größeren Erfolg. Letztlich endete das Spiel nach großem Kampf mit 1:0 für uns. Am zweiten Tag ging es im abschließenden Gruppenspiel gegen die Ruhrrollers Essen um rein gar nichts mehr. Dennoch war ein Sieg natürlich Pflicht, doch es sollten auch die Spieler aus der zweiten Reihe eine Chance bekommen. Thomas Schmidt vertrat seinen Bruder Heiko auf hohem Niveau und auch unser neuer Torhüter Anton Wachner überzeugte vollständig, auch wenn es kurz nach dem Spielstart seinen ersten Gegentreffer im Torpedo Trikot einstecken musste. Diesen Schönheitsfehler korrigierte Paul Emmering im Gegenzug und ab da dominierten wir nach belieben. Je länger die Partie lief, desto mehr konnten wir die Rollstühle schonen. Am Ende hieß es 8:1 gegen die Essener und mit einer weißen Weste und einem Torverhältnis von 22:2 Toren ging der Gruppensieg verdient an das Team des AC Weinheims. Im Weg ins Finale wartete aber noch der Zweite der Gruppe A, die Dolphins Ancona. Bereits im vergangenen Jahr konnten wir die Italiener leicht und locker besiegen. Doch für Paul Emmering war es ein besonderes Spiel, nachdem die Dolphins ihn damals noch im Trikot der Rolli-Teufel überhart attackierten. Folglich ging es für uns um mehr, als nur die Endspielteilnahme. Von Beginn an verzauberte Görkem, Ramazan und Paul die italienische Defensive. Der Ball lief sehr schnell durch die eigenen Reihen und verwirrten Delphine kamen nie hinterher. Die Tore fielen wie reife Früchte in den ersten Spielminuten, so dass wir bereits vor dem Halbzeitpfiff einige Spieler austauschen konnten, um die Rollis für das große Finale zu schonen. Wir beließen es bei einem, für Ancona schmeichelhaften 8:0. Damit war das Ziel erreicht, doch wir wollten den großen Pott! Im Finale war der Gegner kein geringerer als De Pont Rotterdam, ein Weltklasseteam, welches sich noch zusätzlich mit dem Weltmeister und Torschützenkönig Barry Hommel vom niederländischen Meister Starriders Tillburg verstärkte. Trotz unserer guten Ergebnisse waren wir klarer Außenseiter, doch heute wollten wir davon nichts wissen und einen großen Kampf liefern. Hochmotiviert gingen wir in die Partie und es ergaben sich ein paar Schusschancen, doch Kamal Tahtani, der wohl beste E-Hockeyspieler der Welt, blockte diese souverän. Die Holländer waren äußerst ballsicher und es war richtig schwierig sie unter Druck zusetzen. Und dann kam es so, wie es immer kommt. Wir waren absolut gleichwertig und hatten eine super Torgelegenheit, doch durch eine schöne Einzelaktion erzielte Barry Hommel das 0:1 im Gegenzug. Wir versuchten ruhig zu bleiben und unser Spiel weiter zu spielen. Ein herrlicher Distanzschuss knallte an den niederländischen Pfosten. Leider hatte Ramazan schon früh drei Fouls nehmen müssen, so dass eine baldige 2-Minutenstrafe drohte. Zusätzlich waren die Rollis der Gegner knapp 2-3 km/h schneller, quasi perfekt um uns auszukontern. Und so kam es dann auch. Wir versuchten den ballführenden Spieler unter Druck zu setzen, doch die hohe Ballfertigkeit der Angreifer hatten wir teils nur wenig entgegenzusetzen. Noch vor der Pause stand es 0:3. In der Halbzeit beschlossen wir, dass wir noch einmal alles probieren wollen ranzukommen. Lieber mit fliegenden Fahnen untergehen, als sich aufzugeben! Leider trafen wir nach dem Seitenwechsel nur den Pfosten und De Pont kam zum 4:0. Der Käse war also gegessen, auch wenn sich unsere Umstellungen positiv auf den Spielverlauf auswirkten. Leider bekam Ramazan dann doch noch eine 2-Minutenstrafe, welche Rotterdam zum Fünften nutzten. Allerdings ließen wir uns zu keinem Zeitpunkt hängen und erzielten noch den Ehrentreffer. Ein weiterer Pfostentreffer zeigte endgültig, wer das Pech am Schläger hatte. 1:5, klingt klar, war es aber nicht! FAZIT Ein zweiter Platz bei diesem hochkarätig besetzten Turnier ist sicher keine Schande. Wir haben in jedem Spiel versucht, unseren Stil durchzusetzen, welcher in diesem Turnier ohne unseren Trainer Deniz Genc deutlich defensiver ausfiel als gewohnt. Bis auf wenige Ausnahmen funktionierte dies prima. Im Finale fehlte dann leider das Glück, doch objektiv betrachtet waren die Niederländer technisch, taktisch und auch von den Rollstühlen überlegen. Nicht zuletzt auch, da nach einem Regelwerk gepfiffen wurde, welches dem internationalen stark ähnelte. Um E-Hockey gerechter zu machen, muss endlich ein allgemein internationales Regelwerk erstellt werden, doch dies wird aufgrund der unterschiedlichen Interessen kaum möglich sein. Das deutsche E-Hockey spielte bei diesem Turnier keine gute Rolle, als beste Mannschaft hinter Ladenburg landeten die Hurricanes nur auf Platz 7. Ein großes Dankeschön geht an die Munich Animals, welche wieder einmal ein super Turnier auf die Beine gestellt haben. |