| 7. Römer Cup in Ladenburg (2005) |
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Nach gut drei Jahren war es wieder einmal so weit, die siebte Auflage des Römer Cups fand in Dossenheim bei Heidelberg vom 30. September bis zum 3. Oktober statt. Neben dem Ausrichter und Titelverteidiger Torpedo Ladenburg nahmen sieben weitere Teams an dem erstklassig besetzten Turnier teil, darunter auch der zehnmalige Abonnementsmeister Munich Animals, die Hurricanes aus Bochum, der Schweizer Serienmeister Iron Cats Zürich und aus Italien die Dolphins Ancona. Untergebracht waren die Mannschaften in der Martinsschule in Ladenburg.
Im Eröffnungsspiel hatten die Torpedos gegen die Nording Bulls Lohmen wenig Mühe und gewannen mit 4:1. Auch der Zweitplatzierte des letzten Römer Cups, die Munich Animals, siegten zum Auftakt mit 6:0 gegen das Schweizer Team aus Zürich. Das erste Highlight des Turniers setzte Nationalstürmer Paul Emmering mit den Rolli-Teufel Ludwigshafen. Er entschied die Partie gegen die Dolphins Ancona in letzter Sekunde durch einen fulminanten Schuss von der Mittellinie, 4:3 lautete der Endstand. Auch im zweiten Spiel ließ sich der Gastgeber nicht die Butter vom Brot nehmen und knackte den Abwehrriegel der Iron Cats Zürich mehrfach zu einem 4:0 Sieg. Bis dahin gab es wenig überraschende Ergebnisse, zumeist setzten sich die Favoriten relativ locker gegen ihre Kontrahenten durch. Zum ersten Spitzenspiel traten die Animals und die Torpedos gegeneinander an. Mit zunehmender Spielzeit entwickelte sich ein enorm spannendes Spiel, indem die Ladenburger recht frühzeitig 1:0 in Führung gingen. Doch die Münchner ließen nicht locker und markierten noch vor der Halbzeit das 1:1. Nach der Pause wurde das Spiel immer hitziger. Nach einem Rollstuhldefekt eines Münchner Spielers spielten die Torpedos den Ball nicht gleich ins Aus, sondern erspielten sich eine glasklare Torchance, die Torpedo-Stürmer Ramazan Sahin allerdings nicht vollstreckte, sondern den Ball mit voller Wucht ins Seitenaus hämmerte. Das Fair-Play sollte doch über allem stehen! Der defekte Rolli ließ sich in kürze der Zeit nicht reparieren und so mussten die Animals auswechseln. Angetrieben durch den Ladenburger Anhang gelang Görkem Oguz kurz vor Schluss noch der umjubelte Siegtreffer. Getragen auf einer Welle der Begeisterung fühlten sich die Torpedos zu sicher und kassierten prompt in den nächsten beiden Spielen gegen die Ruhr-Rollers aus Essen und die Hurricanes Bochum jeweils eine 2:5-Pleite. Besonders im zweiten Spiel machten sich auch immer mehr die überlegenen Elektrorollstühle der Gegner bemerkbar. Mit einer kämpferischen Leistung schaffte man es immer wieder dranzubleiben, aber gegen Ende des Spiels war man hoffungslos unterlegen. Die Hurricanes hingegen untermauerten so langsam immer mehr ihren Anspruch auf den Turniersieg. Das letzte Spiel des Tages gewann Torpedo Ladenburg nach großem Kampf mit 4:3 gegen den Lokalrivalen aus Ludwigshafen. Am zweiten Spieltag ging es um den Einzug ins Halbfinale. Torpedo Ladenburg siegte gegen Ancona 5:1 und sicherte sich damit den zweiten Tabellenplatz. Als Erster beendeten die Hurricanes die Vorrunde mit einem beeindruckenden 4:1 gegen München. Folglich kam es im Halbfinale zu folgenden Begegnungen: Hurricanes Bochum im Revierderby gegen die Ruhr-Rollers Essen und Munich Animals gegen Torpedo Ladenburg. Die Hurricanes machten kurzen Prozess und siegten 5:1. Damit standen sie zum ersten Mal im Finale um den Römer Cup. Das zweite Halbfinale war an Spannung kaum zu übertreffen. Die Torpedos legten los wie die Feuerwehr. Angetrieben von der Kulisse machten sie den Münchnern deutlich, wer hier ein Heimspiel hatte. Nach zwei blitzsauberen Aktionen stand es bis kurz vor Ende des ersten Spielabschnittes 2:0 für Torpedo. Doch kurz vor der Pause kamen die Animals durch einen verwandelten Penalty auf 2:1 heran. Im zweiten Spielabschnitt gelang es den Münchnern immer mehr die Gastgeber in die eigene Hälfte zu drücken und so schafften sie schließlich den Ausgleich. Die Rollstühle der Ladenburger hatten dem Dauerdruck des Meisters nichts mehr entgegenzusetzen und kurz vor Ende der regulären Spielzeit klingelte es wieder im Ladenburger Gehäuse – 3:2 hieß es am Ende für die Animals, die sich damit für die 0:4-Pleite zum Bundesligastart revanchierten. Nun folgten die Platzierungsspiele. Den 7. Platz sicherten sich die Nording Bulls Lohmen mit 4:0 gegen die Iron Cats Zürich. Platz 5 ging an die Rolli-Teufel Ludwigshafen mit 2:1 nach Penaltyschießen gegen Ancona. Nach Ablauf der regulären Spielzeit stand es 5:5 in einem äußerst hart geführten Spiel, welches die Schiedsrichter nie in den Griff bekamen. Im kleinen Finale erspielte sich Torpedo Ladenburg einen verdienten 3:1 Sieg gegen die Ruhr-Rollers aus Essen. Damit erreichten die Torpedos doch noch ihr Minimalziel. Das Finale stand unter völlig kuriosen Vorzeichen. Nicht der Serienmeister aus München, sondern die junge Mannschaft aus Bochum um Nationalspielerin Manuela Rahlf war der große Favorit auf den Turniersieg. Verlustpunktfrei beeindruckten die Hurricanes ihre Gegner. Die Bochumer hatten insgesamt mehr Ballbesitz, konnten sich aber kaum klare oder gefährliche Torchancen herausspielen. Und die Animals antworteten ihrerseits mit einer unglaublichen Effektivität. Besonders Roland Utz hatte einen super Tag und erwischte die Hurricanes eiskalt. Als es Mitte der zweiten Hälfte 3:0 für München stand, konnte es keinen Zweifel mehr über den Turniersieger geben. Bochum gab sich zwar zu keiner Zeit auf und kam noch zum 1:3 Anschlusstreffer, aber mehr war nicht mehr drin. München gewann verdient das Turnier und auf der abendlichen Party durfte sich dann jeder wie ein Gewinner fühlen. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an das große Helferteam um Brigitte Spies-Bechtel, die es mal wieder geschafft hat, ein super Turnier zu organisieren. |