| 4. Euro Cup in Lohmen (2005) |
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Nach zwei Jahren war es endlich wieder soweit, der 4. Euro-Cup stand am ersten Wochenende im August an. Torpedo Ladenburg war besonders motiviert, da Sie als Titelverteidiger und zweimaliger Gewinner des Turniers antraten. Zunächst steckte man sich das Ziel ins Finale zukommen. Torpedo Ladenburg hatte bis zu diesem Zeitpunkt, seit zwei Jahren, kein Turnier mehr gewinnen können, kurioserweise das letzte Mal beim 3. Euro- Cup.
Das Turnier war gut besetzt. Neben den deutschen Mannschaften, waren Teams aus der Schweiz, Dänemark und aus den Niederlanden am Start. Die zehn teilnehmenden Mannschaften spielten zunächst jeder gegen jeden, das Finale erreichten die beiden erstplatzierten Mannschaften nach der Vorrunde. 1. Spieltag der Vorrunde Torpedo Ladenburgs erster Gegner an diesem Tag hieß Stick Flyers Sneek aus den Niederlanden. Das Spiel wurde über weite Strecken gut beherrscht, leider wurden durch vermeidbare Fehler zu viele Tore zugelassen. Doch die Ladenburger hatten stets eine Antwort parat. Somit lautete das Endergebnis letztlich verdient 7:3 für die Torpedos. Jeder dachte aber bereits schon an den nächsten Gegner, nämlich unsere heißgeliebten Animals aus München. Das Spiel war über weite Strecken von gegenseitigem Abtasten und taktisch sicherem Spiel geprägt, folglich endete auch die erste Halbzeit 0:0. Aber das Tempo erhöhte sich zunehmend in der zweiten Halbzeit. Unser Ausnahmespieler Ramazan Sahin brachte fortan mehr Schwung in die Partie und es gelang ihm der Führungstreffer zum 1:0. Leider schafften die Münchener kurze Zeit später, durch einen Distanzschuss von Roland Utz, den Ausgleich zum 1:1. Die Ladenburger ließen sich aber nicht hängen und spielten weiter nach vorne. Ramazan Sahin gelang erneut den Führungstreffer nach einen präzisen Pass des Spielmachers Görkem Oguz. Nachdem 2:1 erhöhte München immer mehr Druck auf uns. Wenige Minuten vor Ende gelang es den Münchenern, den verdienten Ausgleich durch einen Abpraller von unserem eigenen Mitspieler, zu erzielen. So endete das Match mit einem letztendlich gerechten 2:2-Unentschieden. Gegen den nächsten Gegner aus Berlin Buch, versuchten wir einige taktische Spielzüge zu üben, dass leider nicht immer reibungslos klappte, da das Team aus Berlin Buch gut defensiv stand und verteidigte, und fast wie die ehemalige „Berliner Mauer“ vor dem Tor stand. Man sollte hier unbedingt den „älteren“ Spieler von Berlin Buch besonders erwähnen, der auf seinem Namensschild 49er trug, er war stets gut aufgelegt und gutgelaunt, eine Berliner Frohnatur eben. Wir schafften es dennoch deutlich das Spiel 5:0 für uns zu entscheiden. Als nächster Gegner warteten die Gastgeber, die Nording Bulls. Dementsprechend stieg natürlich auch die Stimmung in der Halle, als die Heimmannschaft gegen uns antrat. Zur heiteren Stimmung in der Halle trugen auch die jungen, wilden Cheerleader bei, die ihre einstudierten „Schlachtrufe“ zum Besten gaben. Die Offensive von Ladenburg spielte in diesem Spiel sehr gut zusammen. Stürmer Ronnie Rapp kombinierte mit seinen vorderen Mitspielern außerordentlich gut. Leider gingen zwei Schüsse aus größerer Entfernung in unser Tor, doch wir verstanden es jedes Mal darauf eine entsprechende Antwort zu geben. Am Ende gewannen wir das Spiel eindeutig mit 5:2. Gegen den nächsten Gegner, den Black Knights aus Dreieich, gewannen wir klar mit 5:1. Als nächste schwere Herausforderung hatten wir die Rocky Rolling Wheels aus Berlin vor der Brust. Das Spiel wurde anfangs phasenweise recht aggressiv geführt, aber weitgehend fair von beiden Seiten. Auf Berliner Seite konnte sich, der aus Afrika stammende Spieler Marcos Muzima, das ein oder andere Mal in Szene setzen. In diesem Spiel war sehr gut zu erkennen, dass die Ladenburger entschlossen waren, das Spiel klar zu gewinnen. Es war das beste Spiel der Torpedos bei diesem Turnier. Wir kombinierten und dominierten zu jedem Zeitpunkt das Spiel. Durch das sehr gute Zusammenspiel der Spieler Görkem Oguz, Ramazan Sahin und Ronnie Rapp wurden die Abwehr der Berliner ein ums andere Mal in Bedrängnis gebracht. Auch die Defensive um die Gebrüder Schmidt stand felsenfest, so dass sie sich vermehrt als Blocker im Angriff einschalten konnten. Am Ende kam ein zu keinem Zeitpunkt gefährdeter Sieg mit einem klarem 6:0 heraus. 2. Spieltag der Vorrunde Nachdem wir 6:0 unspektakulär gegen die Iron Cats aus Zürich gewannen, stand die nächste schwere Herausforderung gegen ein Topteam an. Wir spielten gegen die Hurricanes Bochum. In dieser Begegnung lieferten wir eine super erste Halbzeit. Das Spiel wurde von dem meist souveränen Schiedsrichter aus Lohmen geleitet. Gleich in der Anfangsphase hatte der Referee eine sehr mutige und richtige Entscheidung getroffen. Er erkannte das vermeintliche Führungstor von Manuela Rahlf nicht an, da das Tor vorher verschoben war. Torpedo Ladenburg hielt in der ersten Hälfte das Tempo enorm hoch und schloss diese mit einer 4:0-Führung ab. In der zweiten Halbzeit wurde das Tempo von unserer Seite reduziert und die Bochumer kamen auch zu Ihren Chancen, doch unser Torfrau Olga Ulrich wusste alle Torversuche erfolgreich zu verhindern. Ein verdientes 4:0 stand am Ende auf der Ergebnistafel. Der letzte Vorrundengegner am zweiten Spieltag war das Team aus Dänemark, die Red Bulls Orient. Diese Mannschaft bestand zum größtem Teil aus der Nationalmannschaft Dänemarks. Das Spiel wurde sehr ruppig und über weiten Strecken hart an der Fairness von den Red Bulls geführt. Leider bekamen die leitendenden Schiedsrichter dieses Spiel nie wirklich in den Griff. Aber Ladenburg steckte nicht auf und dominierte, wie auch die Spiele davor, klar das Geschehen. Am Ende ging auch dieses Spiel klar zu unseren Gunsten aus - 4:1 lautete der Endstand. Torpedo Ladenburg schloss die Tabelle als Führender, punktgleich mit den Münchnern, ab. Aufgrund des klar besseren Torverhältnisses verdienten sich die Torpedos den ersten Platz. Wie schon so oft zuvor, hieß auch heute für uns der Endspielgegner Munich Animals. Das Finale wurde, wie es sich für ein Endspiel gehört, auf einem großen, regulären Spielfeld mit 2 x 15 Minuten ausgetragen. Anders wie bei der ersten Vorrundenbegegnung, spielten beide Teams von Anfang an nach vorne. Die Animals waren vermehrt in Ballbesitz und erarbeiteten sich auch einige Torchancen, aber unsere Torfrau und Abwehrspieler bestritten ein hervorragendes Finale. Die Animals verstanden es nicht, ihre zum Teil hochkarätigen Chancen in Tore umzumünzen. Schließlich bekam Ladenburg einen klar berechtigten Penalty zugesprochen. Ronnie Rapp wurde von unserem Trainier Deniz Genc als Schütze nominiert und er zahlte das Vertauen zurück. Er verwandelte den Strafstoß eiskalt zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung. Doch die Münchner schlugen in Person von Andreas Vogt zurück. Den unscheinbaren, aber stets gefährlichen Stürmer, ließen wir kurzzeitig ungedeckt und so kam es dem verdienten 1:1-Ausgleich. Dies war auch gleichzeitig der Halbzeitstand. In der zweiten Hälfte ging das Spiel ebenfalls hin und her, so dass beide Mannschaften ihre Chancen bekamen. Der Ladenburger Spielführer Görkem Oguz schnappte sich den Ball, als sich das Spiel allmählich dem Ende neigte und leitete in seiner unnachahmlichen Art einen tollen Eingriff ein. Er passte den Ball in die Tiefe, wo bereits Ramazan Sahin auf dem Ball wartete. Dieser feuerte einen unglaublich harten und präzisen Schuss auf das Tor des aktuellen deutschen Nationaltorwarts Markus Koch ab, welcher unhaltbar zum 2:1 im Gehäuse der Münchner einschlug. Es waren nur noch wenige Minuten zu spielen und München versuchte das Tempo zu erhöhen. Gut 20 Sekunden vor Abpfiff erlitt der Spieler Andreas Vogt einen Rollstuhlausfall, wodurch er nicht mehr aktiv ins Spiel eingreifen konnte. Die Ladenburger waren in dieser Situation in Ballbesitz und der Schiedsrichter unterbrach das Spiel nicht. Regelkonform durfte ein Time-out nur nach einer Spielunterbrechung genommen werden, was auch der Schiedsrichter signalisierte. Unser Spielgestalter Görkem Oguz spielte den Ball, vorbildlich und im Sinne des Fair-Play-Gedanken, über die Bande, um eine Rollstuhlreparatur des Gegners zu ermöglichen bzw. den Spieler auszuwechseln. Nach dem Spielerwechsel gab es logischerweise Freistoß für die Animals. Doch die Münchner dachten nicht an das Fair-Play. Sie führten den Freistoß aus, mit dem Versuch selbst noch in letzter Sekunde ein Tor zu erzielen, anstatt den Ball, wie normalerweise üblich, dem Gegner wieder zurückzuspielen. Gerechterweise blieb dieser unfaire Versuch ungekrönt und Torpedo Ladenburg sicherte sich zum dritten Mal bei der vierten Auflage den Euro-Cup, durch einen hochverdienten 2:1-Finalerfolg über den Deutschen Rekordmeister Munich Animals. Das Team und seine treuen Helfer feierten diesen langersehnten Turniererfolg sehr ausgiebig. Einen riesigen Anteil an diesem Erfolg hatte wie immer unser Trainergott Deniz Genc. Gleichbedeutend mit dem Turniergewinn sicherten wir uns auch den Wanderpokal, da wir dieses attraktive und gut organisierte Turnier zum dritten Mal gewannen. |