| Rolli Mobil Cup in München (2004) |
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Am 27. und 28. August war es mal wieder soweit - das 16. Internationale Turnier in München stand auf dem Programm. In zwei Gruppen kämpften zehn Mannschaften aus vier Nationen um den Titel. In der Gruppe A spielte die niederländische Spitzenmannschaft De Pont Rotterdam, Gastgeber Munich Animals, die Stick-Flyers und E.M.H.C. Bulls aus den Niederlanden, sowie die Star Drivers Bad Kreuznach. In der Gruppe B spielte Titelverteidiger Hurricanes Herten, Ruhr-Rollers Essen, der amtierende Schweizer Meister Iron Cats Zürich, die heißblütigen Red Cobras aus Palermo (Italien) und Torpedo Ladenburg.
Aus unserer Sicht ging das Turnier ungewohnt gut los. Gleich im ersten Spiel wurde der Vorjahressieger, die Hurricanes aus Herten, souverän mit 2:0 besiegt. Ohne auch nur eine Torgelegenheit zugelassen zu haben, wurde das Spiel von Beginn an beherrscht. Beide Tore fielen in der zweiten Halbzeit durch unsere Topspieler Görkem Oguz und Ramazan Sahin. Der Münchner Hallensprecher war doch sehr von unserer Leistung überrascht und freute sich über diese \"Sensation\". Im zweiten Spiel ging es um unsere alten Freunde aus Essen, die Ruhr-Rollers. Auch hier ließen wir im gesamten Spiel nur zwei Torgelegenheiten zu, aber im Angriff fehlte einfach die Durchschlagskraft. Die Essener macht immer wieder geschickt die Räume eng und den Blockern gelang es einfach nicht, die entscheidenden Lücken in die Abwehr des Gegners zu reißen. So endete das Spiel für uns unbefriedigend mit 0:0. Dennoch konnten wir theoretisch zufrieden sein, die beiden vermeintlich stärksten Gegner unsere Gruppe bereits Punkte abgenommen zu haben. In den letzten beiden Spielen sollten nun leichtere Gegner auf uns warten. Leider erwies sich unsere Prognose als fahrlässig bis völlig falsch. Von unsere sicheren Spielweise war so gut wie nichts mehr übrig. Die italienische Mannschaft Red Cobra Sicilia setzte uns immer wieder unter Druck und eigene unerklärliche Unkonzentriertheiten machten uns das Leben schwer. Mit ihrer etwas unkonventionellen Spielweise und knallharten Aktionen, teilweise überhart, waren wir das gesamte Spiel über völlig überfordert. Nach dem 0:1 spielten wir zwar nach vorne, aber nach dem 1:1 fingen wir uns wieder einen Konter ein und mussten mit einem 1:2 in die Pause gehen. Nach einigen Umstellungen in der Pause markierten wir zwar den Ausgleich zum 2:2, aber ein kontrollierte Spielaufbau war in diesem Spiel irgendwie nicht möglich. Da wir gegen die Italiener auf keinen Fall Punkte verlieren wollten, versuchten wir das Glück zu erzwingen, doch alles ging in die Hose und durch einen weiteren Konter gingen wir mit einem 2:3 als Verlierer vom Platz. Das war definitiv das schlechteste Spiel von uns in den letzten Jahren von uns und unser Trainer war stinksauer auf unsere Leistung. Damit hatten wir aufgrund der anderen Ergebnisse faktisch keine Möglichkeit mehr das Halbfinale aus eigener Kraft zu erreichen. Im letzten Gruppenspiel ging es gegen den Schweizer Champion, die Iron Cats aus Zürich. Dieses Spiel musste gewonnen werden und gleichzeitig mussten wir auf ein Unentschieden oder Sieg der Ruhr-Rollers gegen die Hurricanes hoffen. Unsere Aufgabe war quasi nach wenigen Minuten erledigt. Bereits zur Halbzeit stand es 4:0, alle Tore wurden durch Ramazan Sahin erzielt. In der zweiten Halbzeit bekamen die zweite Garnitur die Möglichkeit sich zu beweisen und der Sieg wurde noch um ein Tor durch Jörg Diehl erhöht. Jetzt hieß es mit den Essenern mitfiebern, doch vergeblich. Ohne ihren Topspieler Henry Acquah hatten die Ruhr-Rollers keine Chance und verloren gegen die Hurricanes mit 0:5. Somit hatten wir seit langem mal wieder das Halbfinale verpasst und mussten in die Trostrunde, wo es nur darum gehen konnte, das verlorene Selbstbewusstsein wieder zurückzuholen und unseren Trainer wieder zufrieden zustellen. In den Platzierungsspielen spielten wir gegen die E.M.H.C. Bulls aus Eindhoven. Besonders motiviert war unser Spieler Ronnie Rapp, der noch drei Jahre zuvor als Gastspieler für die Bulls abgelehnt wurde. Von Anfang an dominierten wir das Spiel ohne selber ein Tor zu erzielen. Der einzige Treffer durch Görkem Oguz fand keine Anerkennung durch den Münchner Schiedsrichter, obwohl er regulär erzielt wurde. Auch in der zweiten Halbzeit kamen die Holländer mit ihrer sehr durchsichtigen Spielweise zu keiner gefährlichen Aktion. In der Mitte des zweiten Spielabschnittes gelang Görkem Oguz dann doch, nach einem Traumblock von Heiko Schmidt, die 1:0 Führung. Wir hielten den Druck hoch und drängten auf die Entscheidung, doch durch einen kurzen Rolliausfall von Ramazan Sahin hatten die Bulls ihre einzige Torchance und verwandelten die diese völlig unverdient zum 1:1. Unbeirrt spielten wir weiter nach vorn und kamen kurz vor dem Ende durch einen Abstauber von Ronnie Rapp zum einen 2:1 Erfolg. Jetzt warteten die Stick-Flyers aus den Niederlanden im Spiel um Platz 5. Die Holländer spielte mit zwei körperlich uns weit überlegenen Spieler, dennoch hatten wir das Spiel am Anfang im Griff. Doch wieder brachte uns eine leichte Unkonzentriertheit in Rückstand, welchen wir aber noch vor der Pause durch zwei sehenswerte Tore in eine 2:1 Führung umdrehen konnten. Kurz nach den Pause schafften die Stick-Flyers den Ausgleich und gingen sogar mit 3:2 in Front. Obwohl es in diesem Spiel praktisch um nichts ging, ließen wir uns nicht hängen und retten uns durch ein Tor von Görkem Oguz in die Verlängerung. Zwei mal 3 Minuten waren fast abgelaufen, doch Fortuna meinte es nicht gut mit uns und die Stick-Flyers machten 30 Sekunden vor dem Ende das 4:3. Wieder mal Pech in der Verlängerung, so wie in München ein Jahr zuvor im Halbfinale gegen die Animals. Dennoch machten wir unser stärkstes Spiel und ließen wissen, dass das Ergebnis dieses Turnieres ein einmaliger Ausrutscher beleiben wird. Im Endspiel siegte De Pont Rotterdam locker und leicht mit 6:0. Der Gastgeber Munich Animals hatten nicht den Hauch einer Chance und das niederländischen Spitzenteam musste nicht alles zeigen, um diesen eindrucksvolle Sieg einzufahren. Man hatte zu dem Zeitpunkt den Eindruck, dass die Rotterdamer zweistellig gewinnen könnte, wenn sie wollten. Die Animals zeigten erst in den letzten zwei Minuten, dass sie im Stande sind, gutes Hockey zu spielen, doch ein Ehrentreffer war ihnen vergönnt. FAZIT: Das Turnier war wieder sehr gut organisiert, eine Danke an die Münchner. Die Party am letzten Abend hatte den einen oder anderen Höhepunkt, kleine Kritikpunkte sind das ungewürzte Abendessen und die sehr teuren Preise für das die Verpflegung in der Halle. Alles in allem war es eine gelungene Veranstaltung. Mit unserer können wir nicht zufrieden sein und werden uns kräftig strecken müssen um beim Internationalen Turnier in Zürich im Oktober unseren Titel verteidigen zu können. Dort müssen wir unbedingt gewinnen, denn ein Jahr ohne Turniersieg gab es unter unserem Coach Deniz Genc noch nie! |