Rolli Mobil Cup in München (2003)
Am 29. und 30. August 2003 fand das 15. Internationale Turnier, der Rolli-Mobil Cup, in München statt. Insgesamt traten 9 Mannschaften aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz an. Das italienische Team HC Dream Team Milano hatte kurzfristig abgesagt und somit musste der Turniermodus geändert werden. Jeder gegen jeden und die ersten 4 Mannschaften qualifizieren sich für das Halbfinale. Dies bedeutete eine Menge Spiele für jede Mannschaft in relativ kurzer Zeit.

Das Turnier stand aus unserer Sicht unter keinem guten Stern. Die Rollis einiger Spieler waren durch den hartumkämpften Turniersieg in Lohmen zwei Wochen zuvor nicht im Bestzustand, Ronnie musste sogar mit einem Ersatzrolli spielen. Außerdem konnten dieses Mal kaum Betreuer mitkommen, was für die wenigen anwesenden Betreuer eine Menge Arbeit bedeutete. An dieser Stelle noch einmal ein großes Danke an unsere Leute. Aber kommen wir nun zum sportlichen Teil.

Im ersten Spiel ging es gegen den niederländischen Vertreter EMHC Bulls aus Eindhoven. Die Holländer mussten auf ihre beiden besten Spieler verzichten, dennoch taten wir uns wie immer im ersten Spiel schwer. Einige individuelle Fehler und die diszipliniert spielenden Eindhovener machten uns das Leben schwer. Gegen Ende des Spieles fanden wir dann besser zu unserer spielerischen Linie und gewannen ungefährdet mit 3:0 durch Tore von Ramazan (2x) und Görkem.

Unser nächster Gegner war das zweite Team der Munich Animals. Eigentlich keine allzu schwere Aufgabe, aber die Münchner bauten einen sehr effektiven Abwehrriegel auf, der kaum zu knacken war. Schließlich gelang Görkem noch vor der Halbzeit das 1:0. Trotzdem wollten sich die Animals nicht weiter am Spielaufbau und somit hielten wir den Ball kontrolliert in unseren Reihen. Nach einer Traumkombination markierte Görkem 40 Sekunden vor dem Ende das entscheidende 2:0. Das war auch der Endstand.

Im nächsten Spiel kam es zu dem Spitzenspiel gegen die erste Mannschaft der Munich Animals. Die Münchner, noch vor zwei Wochen im Endspiel gegen Ladenburg im Penaltyschießen unterlegen, waren hochmotiviert in eigener Halle die letzten herben Niederlagen gegen uns vergessen zu lassen. In der ersten Halbzeit ging es sofort zur Sache. Torpedo Ladenburg konnte sich in der ersten Hälfte ein leichtes Übergewicht erspielen, hatte die insgesamt klareren Chancen und führte am Ende der ersten Halbzeit verdient mit 1:0 durch einen Hammer von Ramazan. In der zweiten Hälfte kamen die Animals besser in Schwung und egalisierten unsere Führung. Kurze Zeit später erzielte Roland Utz das 2:1 für Munich Animals ca. 6 Minuten vor dem Ende der Partie. Doch wir gaben nicht auf, stellten unsere Taktik um und wechselten zweimal aus. Die Münchner schossen zwar das vermeintliche 3:1, doch der Treffer fand keine Anerkennung, da die Schiedsrichterin eine Hochball gesehen hatte. Diese Entscheidung war wohl im nachhinein eine Fehlentscheidung, dennoch ließen wir uns nicht irritieren und spielten mit großes Leidenschaft nach vorne. Görkem gelang schließlich das 2:2. Mit einem unbändigen Willen spielten wir weiter nach vorne ohne jemals die Kontrolle zu verlieren und gelang uns 1 1/2 Minuten vor dem noch der 3:2 Siegtreffer nach einer unglaublichen Aktion von Görkem. Wow, was ein Finish!!

Die Ruhr-Rollers aus Essen waren unser nächster Gegner. Wie immer taten wir uns gegen die Ruhr-Rollers schwer, trotzdem gelang Ronnie nach einer schönen Kombination das 1:0. In der Folgezeit hatten wir noch ein paar gute Gelegenheiten, doch leider ließen wir diese Chancen aus. Zu allem Überfluss verursachte Ronnie auch noch einen unglücklichen Penalty, den Henry Acquah eiskalt nutzte. 1:1 zur Pause. Nach dem Seitenwechsel erspielten sich die Ruhr-Rollers ein leichtes Übergewicht, aber ohne wirklich gefährlich zu sein. Wir hatten die klareren Chancen, dennoch blieb es beim 1:1.

Im letzten Spiel des Tages ging es gegen die Nording Bulls Lohmen. Wir dominierten das Spiel klar und gewannen am Ende klar mit 5:0 durch Tore von Görkem (3x), Ronnie und Ramazan. Spielerisch war dies definitiv das Beste was wir an diesem Tag gezeigt hatten.

Am nächsten Tag ging es gegen die Hurricanes aus Herten. Wieder einmal mussten wir gegen einen harten Abwehrriegel antreten. Die Hurricanes rührten den Beton an und uns gelang es nicht die spielerische Überlegenheit in Tore umzumünzen. So mussten wir uns mit einem 0:0 gegnügen. Dennoch hätten wir dieses Spiel gewonnen, wenn der Schiedsrichter einen regulär erzielten Treffer von Görkem anerkannt hätte und einen klaren Penalty für uns gegeben hätte. Damit verspielten wir unseren sichereren ersten Tabellenplatz.

Im nächsten Spiel kam es zum großen Lokalderby gegen die Ludwigshafener Rolli-Teufel. Paul Emmering trotzte war Selbstvertrauen und wollte es den Ladenburgern mal so richtig zeigen. Görkem markierte das 1:0 durch eine Penalty nachdem er schon zuvor einen verschossen hatte. Durch einen individuellen Fehler kamen die Teufel zum 1:1. Nach einer versuchten Notbremse musste Ramazan das Spielfeld für 2 Minuten verlassen. Diese Überzahl nutzte Ludwigshafen zur 2:1 Führung. Voller Wut ging es jetzt nach vorne und Ramazan packte mal wieder den Hammer aus - 2:2. Halbzeit. Im zweiten Durchgang ließen wir keine Torchancen mehr zu und Görkem und Ramazan machten jeweils noch ein Tor zum 4:2 Endstand.

Das letzte Spiel gegen die Iron Cats Zürich war mal wieder ein Geduldsspiel. Die Schweizer spielten im Rahmen ihrer Möglichkeiten und hielten sich das Spiel über tapfer. Am Ende siegten wir standesgemäß mit 4:0 durch 3 Tore von Görkem und einem von Ramazan. Damit belegten wir nur den zweiten Platz in der Vorrunde mit lediglich 4 Toren hinter den Ruhr-Rollers Essen.

Das bedeutete, es gab ein vorgezogenes Endspiel im Halbfinale gehen die Munich Animals. Vier der letzten fünf Matches konnten wir für uns entscheiden und auch in diesem Spiel ging es gut los. Nach 5 Minuten erzielte Görkem mit einem Distanzschuss das 1:0. Doch im Gegenzug konnte Roland Utz die Führung ausgleichen. Im Laufe der Partie stieg das Niveau konstant an und die Zuschauer waren begeistert von beiden Teams. Nach regulärer Spielzeit stand es 1:1 und so gab es 2x drei Minuten Verlängerung. In der ersten Hälfte der Verlängerung bekamen die Münchner einen Penalty zugesprochen, den allerdings unsere Torfrau Olga parierte. Und dann hatten wir das größte Pech, dass man sich nur vorstellen kann. 30 Sekunden vor dem Ende der Verlängerung schaffte Roland Utz durch einen Glücksschuss durch 3 Rollis das 2:1. Wir warfen sofort alles nach vorne und hatten noch ein Chance zum 2:2, doch daraus wurde nichts und die Animals machten noch 3 Sekunden vor dem Ende das 3:1. Die Freunde der Münchner kannte kein Ende - endlich mal wieder gegen Ladenburg gewonnen. Das war die erste Niederlage für uns seit über einem Jahr!!

Im Spiel um Platz 3 war die große Luft raus. Essen war unser Gegner, die überraschend mit 1:4 gegen die Hurricanes Herten unterlagen. Es gab keinen großen Kampf mehr. Schnell zogen wir den Ruhr-Rollers den letzten Zahn und schossen ein Tor nach dem Anderen. Zur Halbzeit stand es 5:2 für uns. Die zweite Hälfte wurde dazu genutzt das spielerische Element, dass in diesem Turnier etwas zu kurz gekommen war, wieder zu entdecken. Dies gelang eindrucksvoll gegen eine etwas unmotivierten Gegner. Trotzdem, 8:2 gewinnt man gegen Essen nicht alle Tage.

Im Finale gab es dann eine riesige Sensation. Die Hurricanes aus Herten gewannen das Finale völlig unerwartet mit 2:0 (0:0) gegen die Heimmannschaft aus München durch 2 Tore von Manuela Rahlf. Völlig verdient holten sie den Sieg im Finale gegen eine Münchner Mannschaft die nie wirklich ein probates Mittel gegen den Abwehrriegel der Hurricanes fanden. Das war der erste Turniersieg der Hurricanes bei einem großen Turnier in ihrer Geschichte.

Torschützen Torpedo Ladenburg:

Görkem Oguz: 18 Tore
Ramazan Sahin: 10 Tore
Ronnie Rapp: 3 Tore

FAZIT: Leider gelang es uns nicht auch das dritte Turnier beim dritten Start des Jahres für uns zu entscheiden. Wir haben sicherlich bei diesem Turnier nicht immer unser bestes Hockey gezeigt, aber dennoch lässt sich sagen, dass wir uns in Sachen Abgeklärtheit deutlich verbessert haben. Die unglückliche Niederlage im Halbfinale wirft uns nicht zurück, sondern zeigt uns nur, dass es gegen die Animals keine absolute Selbstverständlichkeit ist zu gewinnen. Dennoch haben wir bewiesen, dass wir die Mannschaft sind, die es zu schlagen gilt. Wenn es uns gelingt in Zukunft regelmäßig gemeinsam zu trainieren, alle Rollis in einem Topzustand sind und genügend Betreuer mit am Start sind, wird es im nächsten Jahr schwer werden uns zu schlagen. Das Ziel kann kann nächstes Jahr nur die Deutsche Meisterschaft in Dreieich sein!