2. Iron Cats Cup in Zürich / Schweiz (2002)
Am 28. und 29. September fand zum zweiten Mal nach 2000 ein internationales E-Hockey Turnier in der Schweiz statt. Der Gastgeber, die Iron Cats Zürich, traten mit 3 Mannschaften an. Die Schweizer Farben wurden zudem von den Qualmenden Reifen St. Gallen vertreten. Hinzu kamen Mannschaften aus Finnland (Northern Wind), Dänemark (Orient Roskilde), Niederlande (Sneek Stick Flyers) und Italien (HC Dream Team Milano). Der meisten Mannschaften kamen aus Deutschland, unter anderem der Deutsche Meister Munich Animals, Vizemeister Ruhr-Rollers Essen und der Dritte der Meisterschaft Torpedo Ladenburg. Für die Quick Sticks Essen rückten die Hurricanes Herten nach. Die Rocky Rolling Wheels aus Berlin reisten kurzfristig wieder ab, weil ihnen die Unterkunft nicht zusagte. Die Unterbringung in einem Bunker bzw. einer Turnhalle war zugegebener Weise schon etwas dürftig, dennoch gestaltete sich der Aufenthalt doch sehr amüsant. Hauptsache das Turnier konnte überhaupt stattfinden, denn der Veranstalter konnte auch erst im letzten Moment die Unterkünfte finden.

Aber nun zum sportlichen Teil. In unsere Gruppe spielten die Hurricanes Herten, Ruhr-Rollers Essen, HC Dream Team Milano, Northern Wind und die Teams der Iron Cats II und III. Im ersten Spiel trafen wir auf das dritte Team der Züricher. Allen war klar, dass alles außer ein klarer Sieg gegen die Schweizer eine herbe Enttäuschung gewesen wäre. Von Beginn an gingen wir konzentriert zur Sache und machten schon in den ersten Minuten der Partie den Sack zu. Der Ball lief sehr gut und gerade die Spieler aus der zweiten Reihe konnten sich ein ums andere Mal hervorragend in Szene setzen. Ein lockerer Auftaktsieg mit 6:0 gegen ein etwas schwächeren Gegner, der das Turnier auch als letzter beendete.

Auch im zweiten Spiel gegen Iron Cats II sollte gezaubert werden. Innerhalb weniger Minuten sorgten wir auch hier für die Entscheidung. In der zweiten Hälfte schickte unser Coach Deniz dann die Stammformation aufs Parkett um sich für das nächste Spiel gegen die Italiener einzuspielen. Locker und leicht hieß es am Ende der Partie 7:0 für Ladenburg und alle Spieler bis auf unseren Blocker Thomas und Torfrau Olga hatten sich schon in die Torschützenliste eingetragen, was doch sehr zur Erheiterung im Team beitrug.

Nun ging es im dritte Match gegen den Zweiten des letzten Turniers in Zürich, HC Dream Team Milano. In der ersten Halbzeit drängten wir die Italiener immer wieder in ihre Hälfte, doch im Abschluss fehlte das nötige Glück und Präzision. Den Mailänder gelangen einige gefährliche Konter, welche allerdings immer wieder durch Nationaltorfrau Olga Ulrich pariert wurden. Schließlich schafften sie es doch durch zwei voraus gegangene Fehler das 1:0 zu markieren. So ging es auch in die Halbzeitpause. In der zweiten Hälfte machten wir dann richtig Dampf und Ramazan Sahin gelang kurz nach dem Seitenwechsel mit einem Doppelschlag das 2:1. Das wollten die Italiener auf gar keinen Fall hinnehmen und versuchten den Druck zu erhöhen. Dadurch kam es immer wieder zu Rangeleien auf dem Platz. Besonders der italienische Nationalstürmer Bruno geriet immer wieder mit unserem Stürmer Ronnie Rapp aneinander. Zusätzliche Emotionen brachte das Verhalten des heißblütigen italienischen Anhangs, die immer wieder kleinere Fouls mit lautstarken Protestrufen und wilder Gestik kommentierten. Als der Schlusspfiff ertönte hieß der Sieger Torpedo Ladenburg.

Nun kam es zu dem Duell gegen die Finnen. Northern Wind sollte doch nicht etwa der Stolperstein für uns sein, oder? Auf gar keinen Fall! Hochkonzentriert suchten wir immer wieder den Abschluss. Das Halbzeitergebnis von 4:0 für LA sagte eigentlich alles. In der zweiten Halbzeit wurden dann die Rollis von Görkem und Ramazan geschont für das Spiel gegen Vizemeister Ruhr-Rollers Essen und die zweite Garnitur durfte sich austoben. Zwar gelang uns kein Tor mehr, doch die Finnen wurden eindeutig kontrolliert und kamen zu keiner einzigen Torgelegenheit.

Im letzten Spiel des Tages spielten wir gegen den Vizemeister Ruhr-Rollers Essen. Da die Essener auf ihren besten Stürmer Ibo verzichten mussten, hatten wir keine große Mühe im Vergleich zu den Deutschen Meisterschaften vor zwei Wochen in München. 2:0 stand es zur Halbzeit. Auch spielerisch sah das alles viel besser aus als noch vor zwei Wochen. In der zweiten Hälfte gelang Ronnie sein zweiter Turniertreffer nach einem Zuckerpass von Görkem. Der Endstand lautete 4:0 und Essen hatte keine einzige Gelegenheit einen Treffer zu erzielen. Nach dem ersten Tag lag Ladenburg punktgleich mit Hurricanes Herten auf Platz 1 der Gruppe B.

Am zweiten Tag ging es gegen Hurricanes darum den ersten Platz der Gruppe zusichern und damit München im Halbfinale zu umgehen. Zunächst ließ sich das auch alles gut an. Schon nach wenigen Minuten stand es 1:0 durch Görkem Oguz, der davon profitierte das der Rolli von Nationalspielerin Manuela Rahlf kurzfristig aussetzte. Noch vor der Halbzeit gelang den Hertenern der Ausgleich. Völlig zu unrecht gab der Schweizer Schiri den Treffer, der eindeutig hinter der Mittellinie abgegeben wurde und von keinem Spieler mehr berührt wurde. Im zweiten Durchgang drängten wir auf den Treffer zum 2:1, aber die Hurricanes mauerten nur noch. Dennoch gelang Ramazan etwa eine Minute vor Spielende der erlösende Treffer zum 2:1. Als erster der Gruppe B schlossen wir die Vorrunde ab.

Im Halbfinale forderten uns die Nording Bulls Lohmen heraus, die eine sehr gute Vorrunde gespielt hatten und sich gegen uns durchaus Chancen aus rechneten. Diese Träume waren schon nach 6 Minuten zerstört. 4:0 hieß es und das war auch gleichzeitig der Halbzeitstand. Im zweiten Durchgang schalteten wir einen Gang zurück und auch die Lohmener wollten sich nicht mit aller Macht gegen die Niederlage stemmen. Zwei Tore wurden noch nachgelegt zum Endstand von 6:0 für Torpedo. Überzeugender kann man in einem Halbfinale nicht auftreten.

Im Endspiel hieß der Gegner mal wieder Munich Animals, genau wie im Mai beim Römer Cup. Uns allen war klar, dass dieses Spiel ein Heimspiel für die Münchner sein würde, da diese ein sehr gutes Verhältnis zu den Schweizern haben. In der Anfangsphase hatten die Animals auch ein leichtes Übergewicht. Es gelang uns einfach nicht ihre Abwehr zu überwinden und die Schussversuche wurden immer wieder abgeblockt. Durch einen ganz dummen Fehler kassierten wir dann auch noch das 0:1 durch Andreas Vogt der völlig alleine vor unsere Torfrau auftauchte. Wir versuchten jetzt den Druck zu erhöhen, was wiederum einige lautere Wortgefechte auf dem Platz nach sich zog. Ende der ersten Hälfte waren wir endlich feldüberlegen, doch es stand 0:1 zur Pause. In der zweiten Halbzeit gingen wir immer mehr Risiko ein und die Münchener hätten fast für die Vorentscheidung gesorgt. Doch urplötzlich gelang uns der Ausgleich und kurze Zeit später sogar noch der Führungstreffer. Die Münchner drängten nun auf den Ausgleich, aber in Mitten ihrer Drangperiode markierten wir das 3:1. Sofort nahmen die Animals eine Auszeit. 2 Minuten 40 Sekunden noch auf der Uhr. Eigentlich sollte jetzt alles klar sein. Die Munich Animals setzten alles auf eine Karte, doch im Gegensatz zum Römer Cup blieben wir ganz cool und spielten den Ball immer wieder hinter dem Tor herum und hielten den Ball somit unter Kontrolle. Ein letzter Angriff unserer Seite wurde 16 Sekunden vor Abpfiff von Ronnie zum 4:1 abgeschlossen. Das wars und der Jubel kannte keine Grenzen mehr.

Torschützen Torpedo Ladenburg:

Ramazan Sahin 15 Tore
Görkem Oguz: 9 Tore
Jörg Diehl: 5 Tore
Ronnie Rapp: 5 Tore
Heiko Schmidt: 1 Tor

FAZIT: Eine 100%ige Steigerung zur DM vor zwei Wochen. Jeder im Team konnte Überzeugen und seit langem präsentierte sich unser Team mal wieder als Einheit. Diesen Trend gilt es jetzt beizubehalten und die Form zu konservieren. In dieser Form sollte uns vor keinem Gegner bange sein. Zweimal innerhalb eines Jahres die einstige Übermannschaft Munich Animals in Bestbesetzung geschlagen, darauf lässt sich aufbauen. Noch vor einem Jahr hätten wir uns dies nie zu träumen gewagt. Einen ganz besonderen Dank an unseren Trainer Deniz Genc ohne den wieder nicht da wären, wo wir jetzt sind.